Der Bauernverband hat erste Prognosen und (noch vorläufige) Ergebnisse für die Ernte in diesem Jahr veröffentlicht. Nach 3 Jahren mit zum Teil extremer Dürreperioden, waren es in diesem Jahr zahlreiche Starkregen und Hagelfälle, die der Landwirtschaft schwer zu schaffen machten und deutlich zeigten, dass insbesondere die Landwirtschaft den immer schlimmeren Wetterbedingungen so gut wie schutzlos ausgeliefert ist.

Der DBV geht in diesem Jahr von einer eher unterdurchschnittlichen Ernte aus: Eine halbe Millionen Tonnen weniger Getreide. Das ist zum Vorjahr ein Rückgang von 2% und zum Durchschnitt der letzten 5 Jahre sogar ein solcher von 4,7%.

Es bedarf keiner Kommentierung, dass auch der DBV die ganz wesentlichen Ursachen für die an Häufigkeit und Stärke zunehmenden Wetterextreme im Klimawandel sieht und die zum Teil katastrophalen Auswirkungen heute praktisch in der gesamten Landwirtschaft zu spüren sind.

Die große Nachfrage und die durch die Ausfälle entstandenen Einschränkungen auf der Angebotseite hätten aber andererseits zu einer zum Teil sogar deutlichen Preissteigerung geführt, die damit im Ergebnis einen positiven Effekt auf die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe habe. Andererseits zeigt dies den Verbraucher:innen, was bald normal sein wird: Geringere Ernten und allgemein steigende Preise.

Passend zu diesen Ergebnissen hatte das Bundeslandwirtschaftsministerium (BLW) fast zeitgleich die „Ackerbaustrategie 2035“ vorgelegt. Eines der wichtigsten Ziele dabei ist das Erreichen einer größeren Vielfalt beim Pflanzenanbau. Dies soll u.a. erreicht werden durch einen häufigeren und konsequenteren Wechsel der Pflanzenarten. Das BLW will zudem stärker den Aufbau von Humus fördern.

Es verwundert nicht, dass das Ministerium dabei u.a. weiterhin auf die „Digitalisierung“ als eines der wichtigsten Werkzeuge setzt. Was damit aber genau bei dem Projekt gemeint ist, bleibt aber weiterhin leider eher unbestimmt.

Wie zu erfahren war, kam prompt die Kritik, u.a. vom Naturschutzbund NABU. Nach Ansicht der Umweltschützer lassen die nur einzelnen Maßnahmenvorschläge noch immer ein echtes strategisches und besonders ein auch die Umweltbelange wirklich berücksichtigendes Vorgehen vermissen. 

Es ist Wahljahr und die neue Regierung wird schnell prüfen und entscheiden müssen, welche Maßnahmen hier nun wirklich und insbesondere zeitnah umgesetzt werden müssen.  

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