Bereits Ende des vergangenen Jahres wurde die neue TA Luft vom Bundeskabinett verabschiedet. Sie sollte nun dann auch endlich am 07. Mai, den rechtlichen Voraussetzungen entsprechend, durch den Bundesrat bestätigt werden. Dazu kam es aber nicht. Der Grund lag darin, dass über 300 Änderungen vorgeschlagen wurden.

Besonders die geforderte EU weite Reduzierung der Ammoniakemissionen (29% bis Ende 2030/ zu 2005), stellt nicht nur die Land-, sondern insbesondere die Tierwirtschaft vor große und zum Teil schwierig nachvollziehbaren Herausforderungen. Und gerade hier liegen einige der Gründe für einen Teil der Empfehlungen zu inhaltlichen Änderungen.

Ein besonderes Konfliktpotenzial stellen dabei die Offenställe dar, denn hier würden die Anforderungen aus der TA Luft das Tierwohl, obwohl aus Umweltschutzsicht zunächst einmal gut gemeint, im Ergebnis eher mindern. Dem freien Ausgang der Tiere steht nämlich deren Ausstoß entgegen. Das könnte sogar dazu führen, dass nur noch der komplett geschlossene Stall (mit zusätzlicher Lüftungsanlage) realisierbar ist. Auf den ersten Blick vielleicht für die Umwelt gut, schlecht für in jedem Fall für das Tierwohl. Und ob die Berechnungsmodelle wirklich bei den Offenställen genau sind (und diese so berechnet werde können), erscheint nicht immer nachvollziehbar. (Hintergrundbelastung durch u.a. auch Verkehr, Industrie usw. ) Hier kann aber sicherlich ein Weg gefunden werden, der den Umweltschutz und das Tierwohl berücksichtigt. Es ist daher wohl gut, dass nun noch einmal die Ausschüsse zur TA Luft beraten und dann ggf. Änderungen vorschlagen werden. Die TA Luft wird also auch weiterhin für Landwirte, insbesondere mit Tierhaltung,  eine große Herausforderung bleiben.

Hier ein gut gemachter Beitrag zu dem Thema „Offenstall vs. Ammoniakausstoß“ des Bayrischen Rundfunks und unten noch zwei Zitate des BMU:

„Warum legt die TA Luft neue Anforderungen für Tierhaltungsanlagen fest?

Besonders wichtig sind die neuen Anforderungen an große Tierhaltungsanlagen. Es geht dabei um Anlagen mit beispielsweise mehr als 1.500 Mastschweinen oder mehr als 30.000 Mast-hähnchen. Diese Anlagen verursachen hohe Emissionen an Ammoniak, das zur Schädigung empfindlicher Biotope durch Überdüngung und Versauerung aber auch zur Bildung von gesundheitsgefährdendem Feinstaub führen kann.

Dieser entsteht, wenn Ammoniak in der Atmosphäre mit anderen Gasen reagiert und dabei gesundheitswirksame Partikel entstehen. Darüber hinaus ist Deutschland gemäß der neuen NEC-Richtlinie verpflichtet, die Gesamtemissionen an Ammoniak bis 2030 um 29 Prozent gegenüber 2005 zu mindern. Diese Emissionen stammen fast ausschließlich aus der Landwirtschaft.

Die neue TA Luft legt nun fest, dass bei sehr großen, EU-rechtlichen Anforderungen unterliegenden Anlagen Abluftreinigungsanlagen verpflichtend einzusetzen sind. Die Technik dafür ist in Deutschland etabliert und wird in einer Reihe von Bundesländern bereits gefordert. Heute sind schon in etwa 1.500 der insgesamt 2.600 Schweinehaltungsanlagen Abluftreinigungsanlagen installiert.

Was hat es mit den neuen Anforderungen für Gerüche auf sich?

Geruchsbelästigungen aus Tierställen, aus Chemie- oder anderen Produktionsanlagen bereiten vielen Menschen Probleme und sind häufig Anlass für Beschwerden und gerichtliche Streitfälle. Derzeit werden solche Geruchsprobleme mit Hilfe der Geruchsimmissionsrichtlinie bewertet. Dabei handelt es sich um eine Empfehlung der Bund-/Länderarbeitsgemeinschaft Immissionsschutz, die in den Ländern mit kleinen Unterschieden angewandt wird. Diese Richtlinie wird nun mit einigen zusätzlichen Verbesserungen in die TA Luft aufgenommen. Damit wird ein einheitlicher Standard für alle Länder sowie eine erhöhte Rechtssicherheit für Betreiber ebenso wie für Anwohner erreicht.“

Quelle:  https://www.bmu.de/faqs/technische-anleitung-zur-reinhaltung-der-luft/

Weitere Infos des BMU zu der TA-Luft:

https://www.bmu.de/faqs/technische-anleitung-zur-reinhaltung-der-luft/