Es ist mal wieder so weit: Das EU-Gentechnikrecht ist erneut das Ziel weiterer Lockerungsbestrebungen geworden, die aber die Gefahr beinhalten können, dass nun ein weiteres folgenschweres Aufweichen der gesetzlichen Schutzbestimmungen folgen könnte. Den Wünschen und Vorstellungen der Konzerne und einem Teil der Politik entsprechend, sollen nun wohl mit gentechnischen Verfahren veränderte Pflanzen ohne weitere Sicherheitsprüfung verkauft werden können.

Zudem soll eine Kennzeichnung solcher gentechnisch veränderter Produkte nicht vorgeschrieben sein. Neue Verfahren, wie z.B. Crispr/Cas (Gen-Scheren; s.u.) werden bereits angewendet und sind wohl, zumindest nach dem jetzigen Kenntnisstand, nicht unproblematisch. Nicht wenige Fachleute sehen hier enorme Gefahren bei möglichen und wohl nicht mit Sicherheit auszuschließenden Änderungen im Erbgut.

Aber unabhängig davon, ist es jedoch nur schwer nachvollziehbar, warum, unabhängig von der Richtigkeit der Behauptungen der Kritiker, keine Kennzeichnung der so veränderten Pflanzen erfolgen soll. Schließlich sollte man wissen, wie diese erzeugt wurden, um dann aufgrund aller erforderlichen Informationen frei entscheiden zu können, ob man sie selbst nutzen und verbrauchen will. Mögen also die Verfahren noch streitig diskutiert werden können, ist ein Unterlassen der Kennzeichnung und damit der vollständigen Informationen sicher nicht nachvollziehbar.

Hier ein paar Infos zu den Hintergründen:

https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/chemie-genschere-crispr-cas-102.html

https://www.deutschlandfunk.de/crispr-cas9-warum-die-genschere-biologie-und-medizin.2897.de.html?dram:article_id=485363