Vor einem Jahr hat US-Präsident Trump den Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen erklärt. Dies muss, insbesondere bei einem Menschen wie Trump, sicherlich nicht mehr kommentiert werden. Während 2015 die USA, damals noch mit Präsident Obama als einem der wichtigsten Befürworter, noch ein wichtiger Teil der Gemeinschaft von 195 Staaten waren, die gemeinsam die Erderwärmung deutlich unter 2 Grad (Ziel 1,5) begrenzen wollten, konnte man von einem Menschen wie Trump nach seinem Amtsantritt nichts Anderes erwarten, als den Austritt aus rein wirtschaftlichen Gründen. Noch heute behauptet er ja u.a. auch, dass der Klimawandel gar nicht existiere und, dass alles nur eine Erfindung der Chinesen sei. Es überrascht sicherlich keinen mehr, dass Trump sogar tausende Wissenschaftler weltweit mit seiner Weisheit beglückt und so vor einigen Wochen uns allen verheißungsvoll mitteilte, dass es nun „bald wieder kälter“ werde. 

Die Auswirkungen des Austritts waren zunächst einmal nicht so folgenreich wie befürchtet und selbst in den USA haben sich viele Staaten und Teile der Wirtschaft trotzdem weiterhin an das Abkommen gehalten und so im Ergebnis zumindest zu einigen positiven Effekten geführt. Dennoch: Beim Abschluss des Abkommens hatten die USA sich noch dazu verpflichtet, den Ausstoß an Treibhausgasen bis zum Jahr 2025 zwischen 26 und 28% zu senken (zu dem Stand 2005) und das wird nun wohl nicht mehr zu erreichen sein. Und da die USA weiterhin der zweitgrößte Verursacher ist, müssen die anderen Staaten und deren Wirtschaft nun zur Erreichung des Zieles noch mehr tun. Und Geld spart die USA auch noch, denn Geld muss sie hier nun nicht mehr für den internationalen Klimaschutz zur Verfügung stellen. Die eigene Wirtschaft muss weniger für den Klimaschutz ausgeben und investieren, die anderen Staaten dafür umso mehr, was deren Wettbewerbsfähigkeit schwächt und zu allem Überfluss muss die Staatengemeinschaft die Gelder der USA ebenfalls noch zusätzlich aufbringen. Stärkung der eigenen Wirtschaft allein auf Kosten der anderen Staaten und dennoch immer auch Nutznießer der Maßnahmen der anderen, denn positive Auswirkungen auf das Klima treffen auch die USA.

Genau solche Denkweisen haben unsere Umwelt krank gemacht. So krank, dass keiner mehr mit Sicherheit vorhersagen möchte, dass wir überhaupt noch eine Heilung schaffen. Wenn aber einer der größten Klimagas-Emittenten aussteigt, dadurch unmittelbar alle anderen Staaten wirtschaftlich schwächt, die eigene auf deren Kosten stärkt und sich aus allem einfach verabschiedet, wird es zumindest langfristig schwierig, auch andere Staaten von dem Dabeibleiben zu überzeugen.

Da heute klar zu werden scheint, dass die Präsidentschaftswahlen sogar noch zu einer Zitterpartie werden wird, bei der Trump aber wie gewohnt erneut einfach das behauptet und macht, was er meint, bleibt im Ergebnis nur zu hoffen, dass Biden am Ende gewinnen wird.

ABER: Selbst dann wird es sehr schwierig, denn zwar kann er schnell und einfach wieder dem Abkommen beitreten, aber er müsste dann im eigenen Land viele Umweltgesetze wieder ändern und das dauert wieder sehr viel Zeit.

Selbst wenn Biden gewinnt, wird das in Bezug auf den Klimaschutz und das Artenstreben völlig sinnlose und für die gesamte Welt gefährliche Handeln des Präsidenten Trump noch Jahre erhebliche negative Auswirkungen haben.

Jahre, die wir jedoch dringend brauchen, um endlich den erforderlichen echten Wandel zu ermöglichen.

Jahre, die wir vielleicht schon jetzt nicht haben könnten.