In der letzten Zeit mehren sich die Stimmen, die sagen, dass wir die Klimakatastrophe heute praktisch schon nicht mehr verhindern können. Wir müssen uns damit abfinden und nur noch darüber nachdenken, wie wir mit der Katastrophe und deren Folgen für uns und den Planeten umgehen sollen. Aber was bedeutet das? Aufgeben?

So wird von den Vertreter der Ansicht u.a. ausgeführt, dass jeder Mensch, der heute jünger als ca. 60 Jahre alt ist, große Chancen haben wird, das Artensterben noch selbst in hohem Maße mitzuerleben.

Ja, die Prognosen sind wirklich düster:

Der Anstieg der Meere, schlimmer werdende Klima- und Wetterextreme, unglaubliche Ausfälle der Ernten weltweit wegen immer längerer und schlimmerer Dürren oder gewaltigen Überschwemmungen, Staaten die volkwirtschaftlich kapitulieren müssen und viele hundert Millionen Menschen auf der Flucht vor den Klimaauswirkungen oder den daraus resultierenden wirtschaftlichen Folgen.

In weniger als 50 Jahren soll bereits fast die Hälfte der Menschen in wetterbedingt unbewohnbaren Regionen leben.

Wie bereits gesagt, denke ich, dass allein die beiden großen Probleme Klimawandel und Artensterben so komplex sind, dass eine einfache Lösung bereits dem Grunde schlichtweg unmöglich ist. Wenn dies aber so ist, ist es auch unwahrscheinlich eine sichere Prognose für einen bereits heute bestehenden „Point of no Return“ abgeben zu können.

Zudem denke ich, dass es gerade wegen der enormen Komplexität und den extremen Abhängigkeiten und der kaum beherrschbaren Vorhersehbarkeit der Auswirkungen der Faktoren untereinander, sehr wohl noch gute und richtige Wege gibt.

Klimawandel

Ein paar Ideen:

Beim Klimawandel kann man z.B. die natürlichen CO2 Speicher schützen oder diese schnellst möglichst weiter ausbauen. Neben dem Aufforsten und dem schnell und extrem zu verbessernden Schutz bereits bestehender Wälder ist dies z.B. die Renaturierung aller Moorgebiete weltweit.

Zudem kann der Mensch aktiv der Atmosphäre CO2 entziehen und es z.B. in unterirdischen Regionen lagern oder sogar in Stein binden. Einige der Techniken sind noch kostspielig, werden aber sicher günstiger werden und stellen im Ergebnis zur Alternative wohl auch bei hohen Zahlen die weitaus geringeren Investitionen dar.

Island air catcher

https://www.tagesschau.de/ausland/co2-island-101.html

Unabhängig davon, dass einige neue Technologien, wie z.B. die CCS ( Carbon Capture and Storage)

https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/gewaesser/grundwasser/nutzung-belastungen/carbon-capture-storage#grundlegende-informationen

zum Teil noch sehr kritisch zu würdigen sein werden, stellen sie doch grundsätzlich erst einmal zu prüfenden Wege da.

Aber Achtung:

Selbst wenn wir natürliche oder künstliche CO2 Speicher haben oder diese in der Quantität ausbauen, entbindet dies uns alle nicht davor, die Emissionen ibereits bei deren Entstehung extrem zu senken. Denn, wie der Weltklimarat schon sagte, sind nur beide, also die Maßnahmen bei der Entstehung der Emissionen u n d die einer späteren Bindung wohl gemeinsam zielführend.

Und das alles ist keine Fiktion, sondern es geht wirklich, wie die Stadt Kopenhagen es schon vielversprechend vormacht. Bis 2025 will sie CO2 neutral sein.

https://www.handelskammer.dk/newsroom/news-details/kopenhagen-klimaneutral-bis-2025

Aber gerade auch in Kopenhagen zeigt sich, dass es wieder sehr viele verschiedene Handlungen und zahlreiche Einzelmaßnahmen sind, die schließlich erst gemeinsam zu einem ausgezeichneten Gesamtergebnis führen werden.

Artensterben

Auch beim Artensterben sind wir es alle, die versuchen müssen, gemeinsam durch die o.a. Punkte und einem kompletten Umdenken der eigenen Verhaltens- und Lebensweisen die von uns allen verursachte Umweltzerrstörung zeitnah zumindest erst einmal zu mindern. Wichtig ist, dass wir uns bewusst werden, dass das Artensterben auch durch den Klimawandel, aber in hohem Maße bereits von der allein von uns ebenfalls verursachten Umweltzerstörung verursacht wird und wir daher auch an beiden Problemen arbeiten müssen. Es gibt keine Entschuldigung zu behaupten, dass wir den Klimawandel nicht schaffen können und daher das Artensterben auch nicht mehr aufzuhalten ist. Allein durch ein schnelles Beenden der Umweltzerstörung, wird zumindest das Artensterben erheblich und unmitelbar eingeschränkt werden, was wiederum den Kampf gegen den Klimawandel unterstützen würde.

Hier gibt es bereits eine Vielzahl von Maßnahmenvorschlägen, von denen ich hier nur beispielshaft ein paar aufzeigen möchte:

Ein Stopp des weltweiten Verbrauchs von Land für nicht-landwirtschaftliche Nutzungen und eine Umstellung auf biodiversitätsfreundlichere Bewirtschaftung.

Reduzierung der erzeugten Masse an Agrarprodukte weltweit, u.a. durch eine durch mehr Aufklärung zu erreichende bewusstere Ernährung sowie eine Umstellung der Essgewohnheiten, insbesondere in den Industrienationen.

Eine Reduzierung des Fleischkonsums und ein sehr viel bewussterer Maßstab bei dem Anteil des Fleisches an der Ernährung und der absoluten Menge. Hierdurch sind weitere Vorteile erreichbar, insbesondere beim damit unmittelbar zusammenhängenden Landverbrauch und dem exorbitant hohen Energie- und Wasserverbrauch allein bei der Erzeugung von Fleisch.

Sinnvolle und nachhaltige Erhöhung der Produktivität gerade der Kleinbetriebe in der Landwirtschaft, dies jedoch immer unter Einhaltung aller notwendiger ökologischer Aspekte.

Ein neuer Umgang mit Lebensmitteln, damit wir nicht weiterhin jährlich unvorstellbare Mengen an Lebensmittel wegwerfen: Nach einem Bericht der Welthungerhilfe sind dies unvorstellbare Mengen, die zudem immer mehr anwachsen:

https://www.welthungerhilfe.de/aktuelles/blog/lebensmittelverschwendung/

Es ärgert mich in kaum vorstellbarer Weise, wenn ich lese, dass:

„1,3 Milliarden Tonnen Nahrungsmittel landen Jahr für Jahr auf dem Müll und gleichzeitig hungern weltweit 815 Millionen Menschen. Ein Drittel von dem, was weltweit produziert wird geht verloren, weil es bei der Herstellung oder beim Transport beschädigt wurde oder in Lagern, Läden und Haushalten verdirbt.

Pro Kopf und Jahr landen in Deutschland ca. 55 Kilogramm Essen im Müll

In Deutschland werfen wir pro Kopf und Jahr Lebensmittel im Wert von rund 235 Euro weg. Der tatsächliche Preis unseres Konsums ist aber viel höher. Woher die Rohstoffe für unsere Lebensmittel kommen? Wir nutzen die Ressourcen anderer – ihr Land, ihre Arbeitskraft, ihr Wasser.“ 

https://www.welthungerhilfe.de/aktuelles/blog/lebensmittelverschwendung/

Und um es hier noch mal klarer zu sagen:

Die Vermeidung allein dieser unvorstellbar großen Mengen hätte für uns Menschen nicht die kleinste Einschränkung zur Folge!

Was könnten wir alles erreichen, wenn wir alle unsere Ernährung nur ein wenig umstellen und zudem das Wegwerfen von Lebensmitteln vermeiden könnten? Welche Folgen würden damit allein für die Umwelt, die Tier- und Landwirtschaft und damit wieder für die Umwelt verbunden sein? Und wie viele echte „Einschränkungen“ müssten wir wirklich erleiden?

Es ist doch eigentlich viel einfacher, als man denkt oder sind wir alle schon so arrogant und egoistisch, dass wir nicht einmal mehr dazu bereit sind, sogar auf überflüssiges und schädliches zu verzichten?

Weitere Infos findet man:

World Resources Institute (WIR)

https://www.wri.org/

Weltbiodiversitätsrat

https://ipbes.net/

https://www.bmu.de/themen/natur-biologische-vielfalt-arten/naturschutz-biologische-vielfalt/biologische-vielfalt-international/weltbiodiversitaetsrat-ipbes/

Ein wichtiger Akteur bei der Lösung der beiden Probleme ist wieder die Bio-Branche.

Was für mich als Mensch noch viel wichtiger ist, das ist der Umstand, dass es schon seit Jahren keine Alternative mehr dazu gibt, es sofort und ernsthaft zu versuchen. Was sollen wir denn sonst tun? Kapitulieren? Das ist nicht nur denklogisch sinnlos.

Und ich glaube fest daran, dass wir mit jeder Handlung, so klein sie zunächst auch dem Einzelnen erscheinen mag und mit jedem Tag, an dem wir einfach so viel tun, wie wir können, dem Ziel mit vielen kleinen Schritten kontinuierlich näherkommen.

Ich werde nicht aufgeben und bin wirklich der Ansicht, dass wir es gemeinsam schaffen können und müssen, denn seien wir ehrlich:

Und überhaupt: Haben wir denn überhaupt eine Alternative?

Ein (aber nur ein!) wichtiges Werkzeug stellen die Mittel und Möglichkeiten der digitalen Transformation den Bio-Betrieben zur Verfügung. Der Einsatz kann zu einer schnellen Verbesserung in der Landwirtschaft führen, insbesondere in den Bereichen Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz.

Wenn die Bio-Höfe z.B. die gesamten digitalen Kommunikationsmedien sinnvoll einsetzen, um damit die Verbraucher über diese ganzen Fakten und Hintergründe wahrheitsgemäß zu informieren, um so deren Bewusstsein und deren gesamten Kauf- und Konsumverhalten zu ändern, können wir sehr schnell gigantische Erfolge erzielen.