Wichtige und interessante Rubrik „Feldfrüchte und Grünland“ beim Statistischen Bundesamt

Wichtige und interessante Rubrik „Feldfrüchte und Grünland“ beim Statistischen Bundesamt

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden hält im Rahmen seiner umfangeichen Untersuchungsergebnisse einen Bereich vor, der gerade für Bio-Höfe und -Betriebe sehr interessant ist. Ein paar der Rubriken möchte ich hier gerne kurz vorstellen.

Feldfrüchte und Grünland

Unter der Rubrik: „Feldfrüchte und Grünland“ werden aktuelle statistische Erhebungen und deren Ergebnisse zu den Fragen der Anbauflächen, der Hektarerträge und der Erntemengen ausgewählter Anbaukulturen im Zeitvergleich dargestellt und beantwortet.

https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-Forstwirtschaft-Fischerei/Feldfruechte-Gruenland/Tabellen/liste-feldfruechte-zeitreihe.html

Hier weitere interesssante Rubriken:

Landwirtschaftliche Betriebe

https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-Forstwirtschaft-Fischerei/Landwirtschaftliche-Betriebe/_inhalt.html;jsessionid=4B3707582320D6DED35D15DF33EDFE10.internet8712

Tiere und tierische Erzeugung

https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-Forstwirtschaft-Fischerei/Tiere-Tierische-Erzeugung/_inhalt.html;jsessionid=4B3707582320D6DED35D15DF33EDFE10.internet8712

Obst, Gemüse und Gartenbau

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Flächennutzung

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80% mehr Mais als im Jahr 2000 auf deutschen Ackerböden

80% mehr Mais als im Jahr 2000 auf deutschen Ackerböden

Seit dem Wechsel in das neue Jahrtausend, hat der Anbau von Mais in Deutschland um unglaubliche 80% zugenommen. Insgesamt nimmt er heute daher schon eine Fläche von fast 2,7 Millionen Hektar in Anspruch. Das ist eine sehr große Fläche, deren Größe sogar noch beeindruckender wird, wenn man bedenkt, dass dies rund ein Viertel unserer gesamten Ackerfläche ist.

Aber für was brauchen wir diese großen Mengen an Mais? Für die Ernährung? Ja, aber nicht für die der Menschen. Rund zwei Drittel der gesamten Ernte wird in der Tierfütterung und der Rest in den Biogasanlagen verbraucht.

Das allein wäre sicher schon eine unter gleich mehreren Gesichtspunkten zu überdenkende Praxis, da die Ackerfläche sinnvoller eingesetzt werden könnte. Aber das allein ist es nicht. Der Anbau von Mais, insbesondere in solchen Mengen, hat enorme Auswirkungen. Er braucht so zum Beispiel sehr viel Stickstoff, der den Böden meist durch eine extreme Düngung zugeführt werden muss.

Des Weiteren wächst er erst spät und schützt bis zu einer eigenen gewissen Pflanzengröße den Boden über einen langen Zeitraum des Frühjahrs nur sehr wenig vor direkten Umwelteinflüssen, wodurch wichtige Bodenschichten leichter durch Wind abgetragen oder durch Regenwasser weggeschwemmt werden können.

Von den weiteren bekannten Problemen einer solchen starken Monokultur, dem hohen Verbrauchs wichtiger Anbauflächen für andere Erzeugnisse und dem damit verbundenen großen Einsatz von Gift und Wasser ganz zu schwiegen.

Eine mehr als nur bedenkliche Entwicklung, die damit nicht nur die begrenzten und immer wichtiger werdenden Agrarflächen für eine sinnvollere Nutzung sperrt, sondern einer in weiteren Teilen wohl vermeidbaren zusätzlichen Belastung der Umwelt führt.

Weitergehende Infos: https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-Forstwirtschaft-Fischerei/Feldfruechte-Gruenland/Tabellen/liste-feldfruechte-zeitreihe.html

Müllmenge pro Kopf steigt 2018 erneut

Müllmenge pro Kopf steigt 2018 erneut

Durchschnittlich haben wir in Deutschland 2018 rund 227,5 Kilogramm pro Kopf Verpackungsmüll erzeugt. Private Verbraucher haben daran einen Anteil von 47%. Das bedeutet, dass jeder von uns im Durchschnitt 107,7 Kilo Müll produziert und zu verantworten hat. Die Gründe sind wahrscheinlich einfach und leider immer weniger nachvollziehbar:

Das ständig schlimmer werdende Konsumverhalten: Immer mehr online Bestellungen, wiederverschließbare Verpackungen und „fertiges“ Essen und Trinken, insbesondere auch zum schnellen Mitnehmen („To go“).

Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/service/audio/neuer-hoechststand-bei-verpackungsabfaellen-2275

Also alles, wie in vielen anderen Bereichen auch: Immer einfacher und immer schneller, wohl in den wenigsten Fällen jedoch gesünder oder auch nur irgendwie „besser“, aber nahezu in allen Fällen leider immer auf Kosten der Umwelt.

Oder noch einfacher:

Den meisten Menschen geht die eigene Bequemlichkeit dem Umweltschutz heute vor.

Vielfach sogar ohne einen erkennbaren und nachvollziehbaren Nutzen:

So hat z.B. bereits 2019 hat die Deutsche Umwelthilfe bekanntgegeben, dass allein in Deutschland 2,8 Milliarden Einwegkaffeebecher verbraucht wurden. Das sind allein schon 40.000 Tonnen Müll. Nur an Bechern, wo doch jeder im Büro oder Zuhause Tassen aus Porzellan oder Glas hat. Aber man muss ja unbedingt „unterwegs“ einen Kaffee trinken…

Quelle: https://www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/5300-verbrauchte-einwegbecher-pro-minute-deutsche-umwelthilfe-fordert-abgabe-und-verbindliches-red/

Wichtige Ergebnisse der Umfrage vom Bund ökologischer Lebensmittelwirtschaft

Wichtige Ergebnisse der Umfrage vom Bund ökologischer Lebensmittelwirtschaft

Die neuesten Zahlen machen in der ökologischen Lebensmittelwirtschaft zahlreiche Veränderungen zum positiven deutlich. Sie zeigen aber auch auf, wo die Branche noch Nachholbedarf und Optimierungschancen hat.

Hier die Ergebnisse im Einzelnen:

In ganz Deutschland werden 1.622.103 Hektar Land ökologisch bewirtschaftet

2019 lag der Bio-Umsatz bei 11,9 Milliarden EUR und damit um knapp 10% über dem des Vorjahrs

Bio-Produkte machen nur rund 5,5% des gesamten Lebensmittelumsatzes aus. Zum Vergleich: In Dänemark liegt der Anteil bei 11,5% und in Schwede bei 9,6%

Jede(r) Deutsche gab im letzten Jahr 132,00 EUR für ökologisch produzierte Lebensmittel aus, während die Schweizer/innen im gleichen Zeitraum für 312,00 EUR einkauften. Der deutsche Markt ist zwar aufgrund seiner Größe (und der Anzahl der Einwohner/innen) absolut gesehen der größte, der Pro Kopf Einkauf ist aber noch sehr steigerungsfähig.

QUELLE:https://www.boelw.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Zahlen_und_Fakten/Brosch%C3%BCre_2019/BOELW_Zahlen_Daten_Fakten_2019_web.pdf

Spannende Ergebnisse der Bitkom-Research Umfrage

Spannende Ergebnisse der Bitkom-Research Umfrage

Es gab Mitte des Jahres 2020, ein paar aktuelle Umfragen, die hier zumindest in Teilergebnissen aufgenommen und bewertet werden sollen. Wie schon an anderer Stelle ausgeführt, ist die gesamte rechtliche Bewertung der Digitalisierung doch sehr komplex, so dass ich nur ein paar der Zahlen zur Grundlage einer weitergehenden Betrachtung angeben möchte.

Die nachfolgenden Zahlen stammen aus der Bitkom-Research Umfrage (April 2020), bei der landwirtschaftliche Betriebe befragt wurden. Die Umfrage wurde mit dem Deutschen Bauernverband und der Rentenbank durchgeführt. (Quelle: Bitkom Research 2020, https://www.bitkom-research.de/system/files/document/200427_PK_Digitalisierung_der_Landwirtschaft.pdf

Auf die Frage, was die aktuell größten Herausforderungen für alle landwirtschaftlichen Betriebe sind, haben die Befragten u.a. folgende Zahlen angegeben:

92% gaben an, dass die Vorschriften und Regelungen sie ausbremsen würden.

88% sehen eine geringe Wertschätzung der Verbraucher für landwirtschaftliche Arbeit

58% sehen die größten Herausforderungen in der Digitalisierung und

40% in einem Mangel an Mitarbeiter/innen mit digitalem Know-How

Wenn man diese Zahlen in einen Zusammenhang bringt, wird deutlich, dass sehr viele landwirtschaftliche Betriebe aktuell nicht nur bereits vor der Digitalisierung als solcher und den damit verbundenen neuen Anforderungen großen Respekt haben, sondern neben den unternehmensinternen Problemen,also z.B. Mitarbeiter/innen mit dem für die Digitalisierung notwendigen Wissen zu finden und an die eigenen Unternehmen zu binden, insbesondere die von außen auf sie einwirkenden (und immer mehr zunehmenden) Vorschriften und Regelungen als große Hürde ansehen.

Wichtig sind auch die folgenden Ergebnisse, die auf die Frage, welche Potenziale eine Digitalisierung haben kann:

93% sehen die Möglichkeit, dass digitale Technologien dabei helfen können, Dünger, Pflanzenschutzmittel und andere Ressourcen einsparen zu können.

65% sehen den Einsatz als Möglichkeit das Tierwohl zu steigern.

64% sehen die Chance durch die digitalen Technologien die Qualität der landwirtschaftlichen Produkte zu verbessern und die Kosten langfristig zu senken.

82% nutzen bereits digitale Technologien wobei die Zahl abhängig ist von der Größe:

30-49 ha: 64%

50-99 ha: 71%

Ab 100 ha: 91%

73% sehen die Digitalisierung als Chance, während 17% sie als Risiko bewerten und 9% keinen Einfluss auf ihren Betrieb sehen.

Ein großer Anteil sieht Vorteile einer Digitalisierung

  • in einer höheren Produktionseffizienz (81%),
  • in einer körperlichen Entlastung (79%),
  • einer umweltschonenderen Produktion (79%),
  • einer höheren Attraktivität des Berufs des Landwirts/der Landwirtin (67%) und in der
  • Steigerung des Tierwohls (64%)

Nachteile sahen die Befragten

  • In den hohen Investitionskosten (92%)
  • Mehr staatliche Kontrollmöglichkeiten (89%)
  • Gefahren für die IT-Sicherheit (84%)
  • Hohe Komplexität/Anwendungsprobleme (75%)

88% sehen in der Digitalisierung eine große Chance für mehr Transparenz gegenüber den Verbrauchern, aber:

Nur 19% haben eine eigene Webseite

Nur 24% sind in sozialen Netzwerken aktiv

Nur 16% bieten eine Rückverfolgbarkeit „vom Hof bis zum Teller“ an

Nur 10% haben Webcams im Stall oder auf dem Feld (wobei 65% davon ausgehen, das sie bis 2030 Webcams in ihren Ställen haben werden)

Schließlich wichtig:

81% sagen, dass digitale Technologien eine umweltschonendere Produktion ermöglichen.

69% sehen darin eine große Chance für eine nachhaltigere Landwirtschaft und

65% gaben an, dass der Einsatz digitaler Technologien zur Steigerung des Tierwohls betragen könne.

Ich empfehle jeder Leserin und jedem Leser sich die absolut spannenden Ergebnisse einmal insgesamt anzusehen und diese in Bezug auf die eigenen ggf. speziellen Bedürfnisse oder Fragen hin zu prüfen. Und wie immer gilt: Kritisch bleiben!