45,4% des verbrauchten Stroms stammen aus erneuerbare Energien

45,4% des verbrauchten Stroms stammen aus erneuerbare Energien

Das Bundesumweltamt hat in einer ausführlichen Stellungnahme die neuen Zahlen zur Nutzung der erneuerbaren Energien in Deutschland veröffentlicht. Es ist sehr schön zu sehen, dass wir aktuell bereits 45,4% des in Deutschland verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energien beziehen. Im Vergleich: 2015 waren es nur 31,5%.

Hier die umfangfreichen Ergebnisse des Bundesumweltamtes:

https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/erneuerbare-energien-in-zahlen

Besonders intereesant sind die Ergebnisse und die Schlussfolgerungen des BUM in Bezug auf die durch die erneuerbaren Energien eingesparten Treibhausgase. Es schreibt hierzu:

„Die steigende Nutzung erneuerbarer Energien führt zu einer Verdrängung fossiler Energien und somit unter anderem zu einer zunehmenden Vermeidung klimaschädlicher Treibhausgase. Im Jahr 2020 haben erneuerbare Energien ⁠Treibhausgas⁠-Emissionen von rund 227 Millionen (Mio.) Tonnen ⁠CO2⁠-Äquivalenten vermieden.

Die Stromerzeugung durch erneuerbare Quellen hat dabei den größten Anteil an den vermiedenen Emissionen (181 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente, 80 Prozent der Gesamtmenge). Im Wärmesektor wurden Treibhausgase in Höhe von 36 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente vermieden (16 Prozent), durch Biokraftstoffe etwa 9 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente (4 Prozent).

Die Menge der vermiedenen Treibhausgas-Emissionen hat sich innerhalt der letzten 10 Jahre fast verdoppelt. Treiber der Entwicklung ist vor allem die Stromerzeugung: Ihr Beitrag zur Vermeidung ist seit 2010 um etwa 150 Prozent angestiegen. Die Emissionsvermeidung durch Wärme und Verkehr hat sich in diesem Zeitraum hingegen kaum verändert.

Die Berechnungen des ⁠UBA⁠ zeigen, dass erneuerbare Energien insbesondere Steinkohle und Erdgas aus dem deutschen Energiemix verdrängen. Im Bereich der Wärmeversorgung führt der Einsatz erneuerbarer Energien vor allem zu Einsparungen von Heizöl. Im Verkehrsbereich werden vor allem Diesel- und Ottokraftstoff ersetzt.“

Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/erneuerbare-energien-in-zahlen#emissionsbilanz

Weitere sehr interessante Informationen zu diesem gleich aus mehreren Gesichtspunkten so wichtigen Thema der Emissionsvermeidung durch durch die Erzeugung UND die Nutzung erneuerbare Energien finden Sie zudem hier:

https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/emissionsvermeidung-durch-erneuerbare

Mehrere Umweltschutzorganisationen gewinnen in Den Haag Klage gegen den Ölkonzern Shell – aber Achtung: Die Sensation ist es NOCH nicht.

Mehrere Umweltschutzorganisationen gewinnen in Den Haag Klage gegen den Ölkonzern Shell – aber Achtung: Die Sensation ist es NOCH nicht.

Das Gericht verurteilte Shell in einer weltweit Aufsehen erregenden Entscheidung dazu den Ausstoß von CO2 bis 2030 um 45 Prozent (netto) im Vergleich zum Jahr 2019 zu senken. Des Weiteren urteilten die Richter, dass diese Verpflichtung zu mehr Klimaschutz für alle eigenen Shell-Unternehmen, aber auch für die gesamten Zulieferer und sogar die Endabnehmer verpflichtend sei.

Der Ölkonzern hatte die geltend gemachten Forderungen der Umweltorganisationen (und 17000 Unterstützern) mit den Argument zurückzuweisen versucht, dass er sich schließlich selbst schon zu einem entsprechenden Klimaschutz und geplanten Maßnahmen verpflichtet habe. Genau diese sahen das Gericht aber als zu „wenig konkret und voller Vorbehalte“ an.

Das Urteil ist wegweisend aber noch in Bezug auf seine ganzen Auswirkungen mit ein wenig Vorsicht zu genießen.

Shell hat, wie zu erwarten war, Rechtsmittel eingelegt und daher ist hier noch keine echte „letzte Entscheidung“ gegeben. Es bleibt aber natürlich zu hoffen, dass die Instanzengerichte die erstinstanzliche Entscheidung bestätigen werden. Dann ist es wirklich die Sensation, die gerade überall schon etwas vorschnell kommuniziert wird. Noch ist es zwar bereits ein wegweisendes Urteil, dass aber erst nach seiner Rechtskraft wirklich zu einen gigantischen „Paukenschlag“ werden kann.

Die jetzige Entscheidung hat aber neben der unmittelbaren Kernaussage noch ein paar wirklich interessante Punkte hervorgebracht, die im allgemeinen Jubel gerade etwas unterzugehen drohen:

  1. Erstmalig wurde nicht nur ein Staat (wie die Niederlande übrigens selbst vorn knapp 6 Jahren) zur Einhaltung der Klimaschutzziele und konkreten Handlungen verurteilt, sondern ein privates Unternehmen. Wenn das Urteil so bestätigt wird, kann das tatsächlich zu einer weltweiten Klageflut führen und durch dieses drohende Risiko die Unternehmen unmittelbar zu schnelleren Handlungen zwingen.
  2. Das Gericht hat die von Shell vorgelegten eigenen Klimaschutzmaßnahmen als „zu wenig konkret und voller Vorbehalte“ geradezu vom Tisch geschmettert. DAS ist etwas viel wichtigeres, als viele Leser*innen es vielleicht zunächst vermuten, denn genau dieser Vorwand ist es, der auch zahlreichen Staaten gemacht werden kann. Man muss gar nicht weit schauen, denn die Bundesregierung selbst würde mit ihrem eigenen Maßnahmenkatalog aus dem schnell nachgebesserten Klimaschutzgesetz so wohl ebenfalls im Ergebnis „verlieren“. Allein die angegebenen viel zu langen Zeiträume und z.B. die fehlenden Sanktionen bei Nichteinhaltung, machen viele Regelungen leider wohl nur eher zu reinem Wahlkampfgerede.
  3. Es war wieder (siehe auch die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts gegen das Klimaschutzgesetz) ein Gericht, dass hier im Rahmen eines Urteils gezeigt hat, wie wichtig der Kampf gegen den Klimawandel ist UND das so klarstellt, dass das, was viele Regierungen und private Unternehmen aktuell tun, wohl einfach zu wenig ist. Die Gerichte machen also eigentlich gerade das, was die Politik sich weder traut noch ansatzweise sinnvoll zu konstruieren versucht. Die Kritik allein an den unzureichend bestimmten Maßnahmen im neuen Klimaschutzgesetzt ist ja bekannt.
  4. Wegweisend wäre bei einer Bestätigung des Urteils auch die weitereichende Verpflichtung der Richter*innen, dass das Urteil nicht nur für den Ölkonzern als solchen, sondern auch für dessen Zulieferer und Endabnehmer gelte.

Das Urteil ist unglaublich wichtig, wird es rechtskräftig wird es dann wirklich eine globale Sensation und ein wichtiger Meilenstein beim Kampf gegen den Klimawandel.

Ein Eisberg, größer als Mallorca, ist in der Antarktis vom Eis abgebrochen – oder warum unserer Nachrichten immer seltsamer werden.

Ein Eisberg, größer als Mallorca, ist in der Antarktis vom Eis abgebrochen – oder warum unserer Nachrichten immer seltsamer werden.

Am 20.05 ging es durch alle Onlinemedien: Ein Eisberg mit dem Namen A-76, größer als die spanische Urlaubsinsel Mallorca, hatte sich vom Eis gelöst und treibt nun durch das Weddel-Meer in der Antarktis.

Nun, dass in der Medienlandschaft am Anfang das Bild steht, und nicht mehr das Wort oder gar der Inhalt, ist ja nicht neu. Es verwundert daher nicht, dass das Satellitenbild dieses abgetrennten Eisgiganten allgegenwärtig war. Wird dessen unvorstellbare Größe dann zudem noch im dazugehörigen Text „bildlich“ durch einen Vergleich mit der Größe der Lieblingsinsel der Deutschen weiter „verständlicher“ gemacht, hat man als Autor*in schon gewonnen.

Schade nur, dass die meisten Menschen zwar diesen Teil der Nachricht wahrnehmen und kennen, bei der Frage der Hintergründe aber wahrscheinlich eher passen müssen. Versuchen Sie es selbst und fragen einfach ein paar Freude oder Freundinnen, was sie von dieser Meldung (noch) alles wissen.

Die eigentlichen und wirklich wichtigen Kernaussagen werden kaum beachtet, sind aber von großer Bedeutung: Der extreme Anstieg der weltweiten Temperaturen, besonders auch an den beiden Polen.

In der Arktis z.B. ist dieser offenbar sogar noch schneller vorangeschritten, als es die Wissenschaft befürchtet hatte. Neben den z.B. immer mehr freiwerdenden (und bislang im Eis gebundenen) Schadstoffen in den beiden Eisregionen und dem Ansteigen des Meeresspiegels und der der Flüsse hat ein kleiner werden der Eisflächen weitreichende und viele verschiede Folgen, so z.B., dass u.a. wesentlich weniger Sonnenstrahlung reflektiert wird, was zu einer weiteren Erwärmung führt, die ihrerseits zu einem weiteren Abschmelzen der Eisflächen führt…usw. usw…

Übrigens steigt der Meeresspiegel allein schon wegen der Erhöhung der Temperaturen an. Dieser Effekt wird dann aber durch das schmelzende Eis noch verstärkt.

Schade, dass unsere Medienlandschaft bei Inhalten, die sehr wichtig sind für alle Menschen, mit denselben Werkzeugen arbeitet wie bei einfachen und doch eher wertlosen Boulevardthemen. Die hier bei der Vielzahl der Leser*innen wahrscheinlich im Gedächtnis bleibende Erinnerung ist allein die des eiskalten Mallorca-Pendants, das nun langsam durch die Meere treibt und in vielen Jahren sich wahrscheinlich im wahrsten Sinne aufgelöst haben wird.

Und die Folge? Nun, es geht ja irgendwie auch um… Mallorca…Genau!

Nicht wenige werden sich also noch mehr auf ihren bald „endlich wieder möglichen“ Urlaub auf der Insel freuen. Am besten, man bucht direkt einen Flug…egal, wie viel Eis allein durch diesen einen Hin- und Rückflug zusätzlich vernichtet wird…aber das will gerade ja ohnehin keiner hören, insbesondere nicht, wenn doch die Kanzlerkandidatin der Grünen gerade, und schon sind wir im nächsten Bild, sogar die Billigflüge nach…klar „Mallorca“ offen kritisiert hat…

Aber was wollte ich eigentlich noch mal sagen?…

Immer mehr Todeszonen in den Weltmeeren

Immer mehr Todeszonen in den Weltmeeren

Die Vereinten Nationen haben in New York im Rahmen ihres zweiten „World Ocean Assessment“ neue Zahlen veröffentlicht, die mehr als nur besorgniserregend sind.

Die Zahl der sogenannten „Todeszonen“ in den Weltmeeren ist allein in der Zeit von 2008 bis 2019 von rund 400 auf fast 700 gestiegen. Unter einer Todeszone versteht die Wissenschaft sauerstoffarme Unterwassergebiete, in denen kaum noch Leben möglich ist. Eine der Hauptursachen sind Algenblüten, die nach dem Absterben auf den Meeresgrund sinken und dort von Bakterien abgebaut werden, die dafür aber Sauerstoff verbrauchen. Je mehr Algen also erzeugt werden, desto mehr Sauerstoff wird dem Wasser entzogen.

In vielen Bereichen dieser Todeszonen sind gerade in tieferen Regionen dadurch Bereiche entstanden, in denen es zum Teil sogar keinen Sauerstoff mehr gibt. Durch die u.a. auch durch die Landwirtschaft bei der Düngung der Felder erzeugten und dann über die Gewässersysteme in die Meere gelangen Nährstoffe (u.a. Phosphor und Stickstoff), wird das Algenwachstum aber immer mehr gefördert. Ein Teufelskreislauf. Hier steht insbesondere die industrielle Land- und Viehwirtschaft im Fokus und in der Verantwortung.

Betroffen sind hier im Übrigen besonders der Golf von Mexiko, das Südchinesische Meer und auch die Nord- und Ostsee.

Noch wichtig bei den Ergebnissen ist die Tatsache, dass die UN zudem eine klare Tendenz zu einer weiteren und fortlaufenden Verschlechterung sehen. Und diese ist offenbar wirklich extrem, denn die Wissenschaft sieht allein in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts eine Verdoppelung des allein durch den Menschen verursachten Stickstoffeintrags an den Küsten voraus. Verstärkt wird diese Entwicklung durch den – ebenfalls allein durch den Menschen verursachten – Anstiegs der Wassertemperaturen.

UN-Generalsekretär Guterres übertreibt daher wohl leider nicht, wenn er seinerseits in diesem Kontext auf die enorme Wichtigkeit und die Bedeutung der Weltmeere für den Klimawandel hinweist, denn diese stellen u.a. einen der größten CO2 Speicher dar.

Die Probleme in diesen sehr komplexen Schadstoff- und Risiko-Systemen der weltweiten Ökosysteme verschärfen sich, wie leider immer, gleich mehrfach gegenseitig, so hier z.B. durch die Zerstörung der Küstenregionen und den Anstieg des Meeresspiegels.

Ein weiterer Beweis dafür, dass der allein durch die Menschen verursachte und zu verantwortende Klimawandel in allen Ökosystemen deutlich, unmissverständlich und zweifelsfrei zu erkennen ist.

Ohne Ausnahme in allen weltweit und immer mit katastrophalen Prognosen für unsere Zukunft.

Mehr Infos:

https://www.un.org/regularprocess/woa2launch

https://ioc.unesco.org/our-work/first-world-ocean-assessment

https://www.un.org/regularprocess/content/first-world-ocean-assessment

Das EU-Parlament und die Staaten der EU einigen sich auf ein Klimaziel für 2030

Das EU-Parlament und die Staaten der EU einigen sich auf ein Klimaziel für 2030

Es war wieder einmal eine schwere Geburt, diese „Einigung“. Bis 2030 sollen nun also die Treibhausgase der EU um mindestens 55% gesenkt werden (unter den Wert von 1990) Vorher in der Diskussion waren nur 40%. Dennoch: Eigentlich sollten die Werte um 60% gesenkt und zudem eine wesentlich schärfere Berechnungsmethode eingesetzt werden. Beides ist nicht erfolgt.

Aber wie wohl zu erwarten, wurde nicht nur um jeden Prozentpunkt gefeilscht, sondern wieder einmal „tief in die Trickkiste“ gegriffen. Denn die Kohlendioxidmengen, die in den Böden, den Pflanzen und den Wäldern gespeichert sollten mit einbezogen werden. Dann liegen die Einsparungen nach einigen Forschern aber im Ergebnis auch bei wohl nur noch rund 52,8%.

Und der Wert wäre sogar noch geringer, wenn man nicht darauf bestanden hätte, dass die Anrechnung auf bestimmte Werte „gedeckelt“ wurde. Die EU-Kommission soll nun durch eine aktive Aufforstung die sog. Bindekraft der Wälder auf 300 Mio Tonnen CO2 erhöhen, so dass dadurch dann doch der Wert von 55% zumindest im rechnerischen Ergebnis erreichbar sein soll.

Nun muss man sich natürlich die Frage stellen, ob diese Ziele überhaupt ausreichen u n d die Einigung sinnvoll ist. Immerhin bestimmt sie vieles und das über fast ein ganzes Jahrzehnt. Wahrscheinlich dem letzten, in dem weltweit überhaupt noch für die gesamte Menschheit ein Wechsel und ein erfolgreicher Kampf gegen den Klimawandel und das Artensterben möglich sein wird.

Zudem dürfte mit diesen Werten wohl das Erreichen der Ziele des Pariser Klimaabkommens tatsächlich nicht (mehr) möglich sein, und die Zahlen werde, selbst wenn sie erreicht werden sollten!, nicht ausreichen, um den Klimawandel zu stoppen. Wieder einmal wurde so lange mit den Zahlen jongliert, bis man ein Ergebnis hatte, das man der Öffentlichkeit schließlich als Erfolg präsentieren (verkaufen?) konnte. Erstaunlich, denn auch in der EU dürfte langsam hoffentlich jedem klar sein, dass man mit der Natur nicht verhandeln kann und uns jeder weitere Tag des Wartens am Ende noch sehr viel mehr kosten wird.

Dass sich die EU dadurch aber zudem schon vor dem „Virtuellen Klimagipfel“ des US-Präsidenten Biden in eine ökonomisch schlechtere weltweite Wettbewerbssituation mit den USA und China bringt, ist auch taktisch unklug. Die EU zeigt so aber auch, dass das Ergebnis, forciert allein durch die Wirtschaft, schlechter ist, als wir es im Kampf gegen den Klimawandel so dringend brauchen u n d außerdem nicht einmal die Interessen der Wirtschaft selbst wirklich berücksichtigt. Die EU will offenbar nicht den ökonomischen Anschluss an China und die USA verlieren, die nun den Klimaschutz, wenn auch wohl im Wesentlichen aus reinen eigenen ökonomischen Zielen, auf ihre Fahnen schreiben werden. Und doch genau das hat die EU nun leider erreicht, denn beide Nationen werden mit Sicherheit höhere Klimaziele festsetzen und damit die EU auch im ökonomischen Wettbewerb hinter sich lassen. Wir verlieren somit doppelt.

https://ec.europa.eu/clima/policies/strategies/2030_de

Das Ziel des Ökolandbaus wird nicht erreicht – Experten fordern die Nachfrage durch die die öffentlichen Küchen anzukurbeln

Das Ziel des Ökolandbaus wird nicht erreicht – Experten fordern die Nachfrage durch die die öffentlichen Küchen anzukurbeln

Die Ziele der Bundesregierung zur Förderung des Wachstums im ökologischen Landbau durch eine erhöhte Nachfrage sind weiter in die Ferne gerückt. Auch hier gilt leider wieder, das die Diskrepanz zwischen dem, was das Bundeslandwirtschaftsministerium, und insbesondere die Ministerin Klöckner  „versprechen“, und dem, was dann tatsächlich passiert, größer wird. Auf eine aktuelle Initiative zu der Frage der Nutzung von Bio-Lebensmitteln in öffentlichen Küchen möchte ich hier nur kurz hinweisen.

https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/oekologischer-landbau/bio-bitte.html

Aber seien wir ehrlich: Das Ziel, bis 2030 mindestens 20% der landwirtschaftlichen Nutzfläche ökologisch zu bewirtschaften, rückt ohnehin immer weiter in die Ferne. Und Sätze wie: Wir wollen die Landwirtschaft nachhaltiger gestalten, aber nur, wenn es auch ökonomisch tragfähig sei, zeigen, dass hier auch weiterhin entweder ein sehr großes Informations- oder Wissensdefizit herrscht, oder vielleicht die wirtschaftlichen Interessen (weiterhin und allein?) im Vordergrund stehen. Das war, ist und bleibt in dieser Form nicht hinnehmbar und gefährdet im Ergebnis uns alle.

Wer hier weiterhin nur etwas ändern will, wenn und soweit es „ökonomisch tragfähig“ ist, versteht nicht den Ernst der Lage. Oder will es nicht verstehen?

Es ist heute doch eigentlich jedem klar, dass die Folgen eines weiteren Voranschreitens des Klimawandels die weltweite Wirtschaft vor die größten und ggf. existenziellsten Probleme stellen wird und jeder weitere Tag des Wartens gerade auch die Wirtschaft am Ende sehr viel mehr kosten wird. Ministerin Klöckner muss sich also entscheiden, welche Seite der Waagschale für sie nun wichtiger ist. Und sie muss dafür dann auch in der Zukunft und für diese und uns alle die Verantwortung übernehmen. 

Die Ministerin sieht übrigens die Verantwortung in der Frage der Bio-Lebensmitteln in den öffentlichen Kunden bei den Ländern und den Kommunen. Ein Vorgehen, das bei Frau Ministerin Klöckner wohl keinen mehr wirklich überraschen wird. Leider. Ich würde mir einfach mehr wünschen, als eine Ministerin, die selbst sagte:

„Ich argumentiere jetzt nicht mit dem Green Deal, der Biodiversitätsstrategie, der Farm-to-Fork-Strategie. Das sind Visionen, die die Kommission ausgegeben hat. Die zum Teil, ich versuche es freundlich auszudrücken, etwas über dem Acker schwebt und zum Teil nicht sehr viel mit der Realität auf dem Acker zu tun hat.“

Quelle: https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/gemeinsame-agrarpolitik-eu-minister-verhandeln-ueber-reform,SDq0fa7

In ihrer Video-Botschaft bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Bauernverbandes sprach sich Julia Klöckner gegen eine Agrarwende und für eine zukunftsgerichtete Landwirtschaft aus.

https://www.wochenblatt.com/landwirtschaft/agrarpolitik/julia-kloeckner-mit-viel-lob-fuer-die-bauern-12379058.html

Schade.