Mehrwegsysteme bei Flaschen werden noch immer viel zu wenig genutzt

Mehrwegsysteme bei Flaschen werden noch immer viel zu wenig genutzt

Das Umweltbundesamt hat neue Zahlen veröffentlicht, aus denen deutlich wird, dass der Anteil von Mehrwegesystemen mit nur 41,8% leider weiterhin erheblich unter dem gesetzten Ziel von 70% verbleibt. Nach Auskunft des Amtes werden dort nun weitere Maßnahmen geprüft, um diese Zahl endlich zu steigern.

Wer in den letzten Wochen im Urlaub war, konnte sehen, warum das so ist. Viele Menschen nutzen noch immer „unterwegs“ vielfach Einweglösungen. Insbesondere beim „Kaffee Unterwegs“ scheint es weiterhin kaum Veränderungen zu geben, denn gerade hier kann man in den meist überfüllten Tonnen in den Großstädten sehen, woher der Müll häufig stammt. Bei meinem Besuch in Berlin in der letzten Woche waren nahezu alle Mülltonnen überfüllt mit Fast-Food Verpackungen und Kaffee-Bechern

Schade, aber ir müssen auch hier erhelich zu uns sein: Allein wir selbst sind es, die hier gefordert sind, denn es liegt im Wsentlichen an unserem eigenen Verhalten, wie hoch der Anteil an Mehrwegesystemen ist und zukünftig sein wird.

Hier der ausführliche Bericht:

https://www.umweltbundesamt.de/themen/trotz-leichten-anstiegs-mehrweg-ziel-nicht-erreicht

Neue Ausstellung: „Das zerbrechliche Paradies“ im Gasometer in Oberhausen

Neue Ausstellung: „Das zerbrechliche Paradies“ im Gasometer in Oberhausen

Nach aktuellen Planungen, soll nun wohl im Sommer die eigentlich für das Frühjahr geplante Ausstellung „Das zerbrechliche Paradies“ im Gasometer in Oberhausen starten. Ob und inwieweit die Termine aufgrund aktueller coronabedingter Beschränkungen dann aber wirklich eingehalten werden können, muss man abwarten. Bitte schauen Sie direkt beim Gasometer (Adresse: s.u.) nach.

Geplant ist jedenfalls auf 3 Ebenen die „Klimageschichte“ der gesamten Erde zu zeigen. Ein Schwerpunkt wurde dabei auf zahlreiche Foto- und Videoaufnahmen gelegt (mit vielen preisgekrönten Arbeiten), die den Besucher*innen die Schönheit unserer Natur, die Artenvielfalt, aber auch die Probleme und Risiken des Klimawandels und des Artensterbens aufzeigen sollen. Eine bildgewaltige Reise von dem einen Pol über die Regenwälder und weiteren Regionen zum anderen Pol und somit praktisch in nahezu alle Regionen unserer Erde.

In einem technisch wohl besonderen Teil der Ausstellung, kann man mittels neuartiger 3-D Technik durch den Nationalpark Tumucumaque (das größte Regenwaldschutzgebiet der Erde) wandern. Der „Blick“ der Zuschauer*innen soll dabei sowohl auf die Einzigartigkeit der Natur und die Notwendigkeit ihres Schutzes, als auch auf mögliche Lösungsansätze für bereits bestehende Probleme und Risiken gelegt werden.

Das absolute Highlight dürfte aber wohl die „Erde“ in dem großen fast 100m hohen und bei jeder Ausstellung immer wieder unglaublich beeindruckenden Gasometerinnenraum sein. Auf die dort „frei schwebende“ rund 20m große Weltkugel werden extrem hochauflösende Satellitenbilder projiziert. Die Erde wird so in kaum vorstellbarer Art praktisch zum Leben erweckt und die Zuschauer*innen blicken quasi aus dem All auf sie. Eine Perspektive, die nur sehr wenigen Menschen in der Realität überhaupt möglich ist. Die Auflösung der Bilder soll dabei übrigens siebenmal höher sein, als in einem digitalen Kino. Realistischer wird es wohl kaum mehr möglich sein.

Es bleibt zu hoffen, dass wir trotz der Corona-Beschränkungen diese faszinierende Ausstellung (möglichst bald) werden besuchen können. Sie ist spannend, interessant und technisch aufwendig. Sie ist aber zudem einfach auch sehr wichtig, denn je mehr wir alle immer wieder mit dem Klimawandel, dem Artensterben und den Folgen für uns alle konfrontiert werden, desto besser. Und gerade Bilder berühren uns wohl meist viel mehr als Worte und Zahlen.

Meiner Meinung nach daher unbedingt empfehlenswert.

Mehr Informationen unter:

https://www.gasometer.de/de/ausstellungen/das-zerbrechliche-paradies

www.gasometer.de

Kommunen zahlen 120 Mio. EUR allein für die Entsorgung von Plastik-Kaffeebecher. Jedes Jahr!

Kommunen zahlen 120 Mio. EUR allein für die Entsorgung von Plastik-Kaffeebecher. Jedes Jahr!

Ich hatte in meinem Post vom  27.10.2020 https://www.bio-kanzlei.de/?p=203 schon etwas darüber geschrieben, wie viele der sog. „To-Go-Kaffeebecher“ wir pro Jahr in Deutschland verbrauchen und wie viele Tonnen Müll allein das erzeugt.

„So hat z.B. bereits 2019 hat die Deutsche Umwelthilfe bekanntgegeben, dass allein in Deutschland 2,8 Milliarden Einwegkaffeebecher verbraucht wurden. Das sind allein schon 40.000 Tonnen Müll.…“

Der Verband der Kommunalen Unternehmen hat die Kosten ermittelt, die die Gemeinden allein für die Entsorgung dieser Plastikbecher aufbringen muss: Unvorstellbare 120 Mio. EUR. Jedes Jahr, Tendenz steigend.

Um es klarer zu sagen:

Aus reiner (übertriebener?) Bequemlichkeit und wohl einer Neigung, das Trinken eines Warmgetränks unterwegs für trendy oder cool zu halten, produzieren wir also allein aus diesem Grund in Deutschland pro Jahr 40.000 Tonnen Müll und verursachen 120 Mio EUR Gebühren für deren Entsorgung. Das ist ein echter Wahnsinn.

Und mal ehrlich:

Würden wir wirklich auf etwas verzichten müssen, wenn wir dieses Verhalten mal überdenken würden? Ich denke nicht, denn zum einen muss man nicht immer unterwegs etwas trinken und wenn doch, kann man hier wiederverwendbare (und meist verschließbare) Becher nehmen. Ja, es wird auch Situationen geben, z.B. wenn man wirklich den ganzen Tag unterwegs ist, dass man einmal einen heißen Kaffee oder Tee in der To-Go Form schätzt. Das sind aber wohl die wenigsten Fälle, oder?

Aber auch für solche Fälle könnte man sich angewöhnen regelmäßig einen entsprechenden Becher mitzunehmen. Heute ist es schließlich völlig normal, dass bereits junge Menschen nahezu immer eine wiederverwendbare Trinkflasche mit dabei haben. Wenn wir nun alle zusätzlich einen solchen Becher mitführen würden, könnten diese unglaublichen Müllwerte in sehr hohem Maße eingespart werden. Und das alle wieder einmal, ohne dass wir wirklich auf etwas verzichten müssten, oder?

Es ist eigentlich auch hier wieder so einfach: Wenn wir alle nur allein ein paar unserer Verhaltensweisen hinterfragen und einen kleinen Anteil ändern oder anpassen, sind durch die Masse unglaublich große Änderungen möglich.

Ich trinke sehr selten Kaffee unterwegs, dann aber in dem Ladenlokal in entsprechenden „echten“ Tassen. Ich mag z.B. die Tradition und Kaffeekultur in Frankreich und besonders in Italien. Auf dem Weg zur Arbeit trifft man sich kurz und schnell auf einen kleinen Espresso in der „Bar“, plaudert ein wenig, tausch die wichtigsten Nachrichten aus und geht dann gestärkt zu Arbeit.

Wenn ich weiß, dass ich längere Zeit unterwegs bin, habe ich mir schon vor Jahren angewöhnt, mir meinen Tee oder Espresso (diesen in einer sehr kleinen Isolierkanne :-)) mitzunehmen. Und bei Vorträgen und Vorlesungen fragt heute bei mir gar keiner mehr, ob ich was trinken wolle. Sie kennen mich als den Menschen mit der Isolierflasche. Und mal ehrlich. Meinen Tee (große Kanne) oder Espresso (kleine Kanne) kann sowieso nur ich so gut und lecker aufbrühen.

Quelle: https://www.vku.de/presse/pressemitteilungen/archiv-2020-pressemitteilungen/einwegplastik-und-zigarettenkippen-in-der-umwelt-kosten-kommunen-jaehrlich-700-millionen-euro/?sword_list[]=Plastik&sword_list[]=Becher&no_cache=1

Müllmenge pro Kopf steigt 2018 erneut

Müllmenge pro Kopf steigt 2018 erneut

Durchschnittlich haben wir in Deutschland 2018 rund 227,5 Kilogramm pro Kopf Verpackungsmüll erzeugt. Private Verbraucher haben daran einen Anteil von 47%. Das bedeutet, dass jeder von uns im Durchschnitt 107,7 Kilo Müll produziert und zu verantworten hat. Die Gründe sind wahrscheinlich einfach und leider immer weniger nachvollziehbar:

Das ständig schlimmer werdende Konsumverhalten: Immer mehr online Bestellungen, wiederverschließbare Verpackungen und „fertiges“ Essen und Trinken, insbesondere auch zum schnellen Mitnehmen („To go“).

Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/service/audio/neuer-hoechststand-bei-verpackungsabfaellen-2275

Also alles, wie in vielen anderen Bereichen auch: Immer einfacher und immer schneller, wohl in den wenigsten Fällen jedoch gesünder oder auch nur irgendwie „besser“, aber nahezu in allen Fällen leider immer auf Kosten der Umwelt.

Oder noch einfacher:

Den meisten Menschen geht die eigene Bequemlichkeit dem Umweltschutz heute vor.

Vielfach sogar ohne einen erkennbaren und nachvollziehbaren Nutzen:

So hat z.B. bereits 2019 hat die Deutsche Umwelthilfe bekanntgegeben, dass allein in Deutschland 2,8 Milliarden Einwegkaffeebecher verbraucht wurden. Das sind allein schon 40.000 Tonnen Müll. Nur an Bechern, wo doch jeder im Büro oder Zuhause Tassen aus Porzellan oder Glas hat. Aber man muss ja unbedingt „unterwegs“ einen Kaffee trinken…

Quelle: https://www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/5300-verbrauchte-einwegbecher-pro-minute-deutsche-umwelthilfe-fordert-abgabe-und-verbindliches-red/