Neue Ausstellung: „Das zerbrechliche Paradies“ im Gasometer in Oberhausen

Neue Ausstellung: „Das zerbrechliche Paradies“ im Gasometer in Oberhausen

Nach aktuellen Planungen, soll nun wohl im Sommer die eigentlich für das Frühjahr geplante Ausstellung „Das zerbrechliche Paradies“ im Gasometer in Oberhausen starten. Ob und inwieweit die Termine aufgrund aktueller coronabedingter Beschränkungen dann aber wirklich eingehalten werden können, muss man abwarten. Bitte schauen Sie direkt beim Gasometer (Adresse: s.u.) nach.

Geplant ist jedenfalls auf 3 Ebenen die „Klimageschichte“ der gesamten Erde zu zeigen. Ein Schwerpunkt wurde dabei auf zahlreiche Foto- und Videoaufnahmen gelegt (mit vielen preisgekrönten Arbeiten), die den Besucher*innen die Schönheit unserer Natur, die Artenvielfalt, aber auch die Probleme und Risiken des Klimawandels und des Artensterbens aufzeigen sollen. Eine bildgewaltige Reise von dem einen Pol über die Regenwälder und weiteren Regionen zum anderen Pol und somit praktisch in nahezu alle Regionen unserer Erde.

In einem technisch wohl besonderen Teil der Ausstellung, kann man mittels neuartiger 3-D Technik durch den Nationalpark Tumucumaque (das größte Regenwaldschutzgebiet der Erde) wandern. Der „Blick“ der Zuschauer*innen soll dabei sowohl auf die Einzigartigkeit der Natur und die Notwendigkeit ihres Schutzes, als auch auf mögliche Lösungsansätze für bereits bestehende Probleme und Risiken gelegt werden.

Das absolute Highlight dürfte aber wohl die „Erde“ in dem großen fast 100m hohen und bei jeder Ausstellung immer wieder unglaublich beeindruckenden Gasometerinnenraum sein. Auf die dort „frei schwebende“ rund 20m große Weltkugel werden extrem hochauflösende Satellitenbilder projiziert. Die Erde wird so in kaum vorstellbarer Art praktisch zum Leben erweckt und die Zuschauer*innen blicken quasi aus dem All auf sie. Eine Perspektive, die nur sehr wenigen Menschen in der Realität überhaupt möglich ist. Die Auflösung der Bilder soll dabei übrigens siebenmal höher sein, als in einem digitalen Kino. Realistischer wird es wohl kaum mehr möglich sein.

Es bleibt zu hoffen, dass wir trotz der Corona-Beschränkungen diese faszinierende Ausstellung (möglichst bald) werden besuchen können. Sie ist spannend, interessant und technisch aufwendig. Sie ist aber zudem einfach auch sehr wichtig, denn je mehr wir alle immer wieder mit dem Klimawandel, dem Artensterben und den Folgen für uns alle konfrontiert werden, desto besser. Und gerade Bilder berühren uns wohl meist viel mehr als Worte und Zahlen.

Meiner Meinung nach daher unbedingt empfehlenswert.

Mehr Informationen unter:

https://www.gasometer.de/de/ausstellungen/das-zerbrechliche-paradies

www.gasometer.de

Der Fleischkonsum der Menschen ist noch immer der größte Naturzerstörer

Der Fleischkonsum der Menschen ist noch immer der größte Naturzerstörer

Ein neuer Bericht der UNO macht noch einmal deutlich und unmissverständlich klar, was der Fleischkonsum, insbesondere in der aktuellen großen Menge, für die Natur bedeutet. Es ist einfach: Je mehr Fleisch die Menschen verzehren, desto größer und schneller wird die Natur umfangreich zerstört und schon heute ist der immense weltweite Fleischkonsum die Ursache Nummer 1. Neben den unmittelbaren Faktoren, bedingt u.a. z.B. durch die Ausscheidungen der Tiere, ist es besonders die weltweit immer mehr zunehmende Futtermittelproduktion, die wiederum unmittelbar und mittelbar die Natur zerstört und zahlreiche Lebensräume für immer vernichtet und die Artenvielfalt in kaum vorstellbarem Ausmaße dezimiert.

Die Landwirtschaft, die nur noch den Hunger der Tiere decken soll, ist nicht nur die intensivste, sondern leider auch meist die mit dem höchsten Einsatz an Pestiziden. Zudem werden durch die hier nahezu ausnahmslos anzutreffenden Monokulturen und die steigende Umwidmung immer neuer Gebiete vormaliger natürliche Ökosysteme hin zur reinen Produktion von Futtermitteln weitere Zerstörungsvorgänge in Gang gesetzt.

Wohl schon heute werden rund 30% der von Menschen produzierten und zu verantwortenden Treibhausgasemissionen durch die Landwirtschaft verursacht. Der Verlust der Biodiversität ist enorm und in einigen Regionen so weit fortgeschritten, dass eine Umkehr kaum noch möglich sein wird. Zudem, und das muss auch klar gesagt werden, fehlen diese Flächen dann auch für den Anbau der unmittelbaren Grundnahrungsmittel der gesamten pflanzlichen Ernährung der Menschen.

Hinzu kommen weitere Faktoren, wie z.B. der enorme Verbrauch von Wasser und Energie, allein um das Futtermittel für die Tiere herzustellen, die dann wiederrum Wasser und weiterer Energie bei ihrem Wachstum (ver-) brauchen.

Was zudem solche Eingriffe in immer mehr Regionen und Lebensräume verschiedenster Pflanzen- und Tierarten bedeuten kann, zeigt uns die aktuelle Coronapandemie. Je mehr Lebensräume von Wildtieren eingeschränkt werden und je näher wir diesen z.B. durch den landwirtschaftlichen Anbau kommen, desto größer ist das Risiko, dass in Zukunft weitere Pandemien entstehen und auf den Menschen übergehen könnten.

Die Menschheit muss heute nicht nur gegen den Klimawandel und das Artensterben kämpfen, sondern auch gegen die bestehende und in Zukunft weiter drohende neue Pandemien. 3 große Aufgaben. Aktuell drei zu große Aufgaben, wie es den Anschein macht.

Besonders gefährlich ist dabei der Umstand, dass die drei Bereiche sich untereinander und gegenseitig verstärken. Ein Leben mit immer neuen Pandemien wird umso wahrscheinlicher, wenn wir den Klimawandel und das Artensterben nicht schnellst möglichst aufhalten können. Was das bedeutet, zeigt die aktuelle Pandemie, leider aber wohl nur in einer noch abgeschwächten Form, denn zukünftige Pandemien könnten weiter schlimmer werden. Wobei uns klar sein muss, dass wir aktuell kaum was gegen den Klimawandel und das Artensterben unternehmen und die Coronapandemie noch lange nicht vorbei sein wird. Und selbst wenn, es wird in vielen Bereichen nie mehr so sein, wie vor der Pandemie.

Wir alle müssen sofort unseren Fleischkonsum drastisch reduzieren oder, noch besser, gleich auf den Verzehr ganz verzichten. Wer in Zukunft weiterhin Fleisch konsumieren will, muss nicht nur sehr viel weniger davon essen, sondern auch auf die Herkunft und die (art- und umweltgerechte) Erzeugung des Fleisches, der Futtermittel, dem Transport, dem Tierwohl usw. achten. Dass Fleisch dann aber sehr viel teurer sein wird, ist selbstverständlich.

Quelle:  https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/uno-bericht-fleischkonsum-ist-groesster-naturzerstoerer-a-0b441812-4ed4-44ca-91a9-a83dedca4dbc

Weitere Infos: https://www.chathamhouse.org/2021/02/food-system-impacts-biodiversity-loss/summary

Rückgang der Weichtiere im östlichen Mittelmeerraum um bis zu 95%

Rückgang der Weichtiere im östlichen Mittelmeerraum um bis zu 95%

Paolo Albano von der Universität Wien hat mit seinem Forschungsteam neue und leider keine guten Ergebnisse und Zahlen veröffentlicht. Nach den Untersuchungen seines Institutes hat sich der Zustand des Meers an der gesamten israelischen Küste extrem verschlechtert. So hat dort die Zahl der Muscheln, Schnecken und weiterer sogenannter Wirbelloser um fast 95% abgenommen. Nach Ansicht der Forscher hat sich das Bild gerade in den flacheren Teilen in ungeheurem Maße verändert.

Nicht nur, dass dieses echte Massensterben zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte, siedeln sich nun wohl zudem immer mehr tropische Arten dort an. Der Verlust der Diversität ist erheblich und wird sich nach Ansicht der Fachleute sogar wohl weiter fortsetzen.

Bereits heute gehören die Gewässer vor Israel zu den wärmsten des gesamten Mittelmeers. Die Temperatur hat sich so dort allein in der Zeit zwischen 1980 und 2013 um unglaubliche 3 Grad erhöht. Im Sommer werden nun an vielen Abschnitte Wassertemperaturen von 32 (!) Grad erreicht.

Die Ursache für das Sterben ist auch hier wieder im Wesentlichen die Erhöhung der Wassertemperatur, die wiederum verursacht wird durch den Klimawandel. Leider befürchten die Wissenschaftler, dass eine ähnliche Entwicklung auch in anderen Regionen des gesamten Mittelmeerraumes zu erwarten ist. Albano sieht leider kaum noch Chancen, dass diese Entwicklung in ihrem jetzigen Stadium überhaupt noch einmal wieder umgekehrt werden kann. Er hofft jedoch, dass bei einem unmittelbaren, schnellen und konsequenten Wandel und einer umgehenden und extremen Reduzierung der Kohlenstoffemissionen zumindest einige andere Regionen vielleicht noch vor dem totalen Zusammenbruch gerettet werden können.

Mehr Infos: https://medienportal.univie.ac.at/presse/aktuelle-pressemeldungen/detailansicht/artikel/biodiversitaets-kollaps-im-oestlichen-mittelmeer/

Rückgang der Weichtiere im östlichen Mittelmeerraum um bis zu 95%

Wieder neuer Kohlendioxid Rekord

Im Jahr 2019 hat die Menschheit wieder einmal einen neuen Rekord aufgestellt. Leider keinen, über man sich freuen könnte.

Zum ersten Mal seit dem Beginn der Industrialisierung wurde in der Atmosphäre der Konzentrationswert von 410 ppm Kohlendioxid erreicht. Ppm bezeichnet die Anzahl der CO2 Teilchen in einer Million Luftteilchen. Nicht nur der Spitzenwert ist höchst bedenklich, sondern die immer kürzeren Zeiträume in denen die Erhöhungen stattfinden. So wurde der Wert von 400 ppm erst im Jahr 2015 erreicht.

Laut Aussage des WMO Generalsekretärs Petteri Taalas gab es einen ähnlich hohen Wert letztmalig vor drei bis fünf Million Jahre. Interessant dabei ist, dass in dieser Zeit der Wasserspiegel 10 bis 20 Meter, und die Temperatur 2-3 Grad höher war. Erschreckende Parallelen zu den für die nächsten Jahre prognostizierten Veränderungen in unserer Zeit.

Traurig aber nicht wirklich überraschend ist eine weitere düstere Prognose der WMO, denn diese sieht auch für das Coronajahr 2020, wenn überhaupt, nur geringste Verbesserungen, und das trotz des weltweit einmaligen Lockdowns. Zwar gehen die Forscher davon aus, dass ein Rückgang der CO2 Emissionen um den Wert zwischen 4,2 und 7,5 möglich sein könnte, dennoch würde selbst dies den weltweit erreichten Gesamtwert von 410 ppm der Kohlendioxidkonzentration lediglich um 0,08 – 0,23 ppm reduzieren. Das entspräche übrigens den normalen und immer wieder mal auftretenden natürlichen Schwankungen. Zudem sind in einigen der weltweiten Messstationen in diesem Jahr bereits jetzt sogar wieder weitere Steigerungen der Emissionswerte gemessen worden. Es kommt also, wenn überhaupt, nur zu einer leichten Abflachung der also solcher weiter steigenden Kurve.

Nicht vergessen werden darf dabei die Tatsache, dass Kohlendioxid mehrere Jahrhunderte in der Atmosphäre bleibt, bevor es abgebaut wird.

Die neuen Zahlen belegen einmal mehr die Forderungen, dass wir heute, jetzt und hier handeln müssen.

Quelle: https://public.wmo.int/en/media/press-release/carbon-dioxide-levels-continue-record-levels-despite-covid-19-lockdown

Wichtige und interessante Rubrik „Feldfrüchte und Grünland“ beim Statistischen Bundesamt

Wichtige und interessante Rubrik „Feldfrüchte und Grünland“ beim Statistischen Bundesamt

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden hält im Rahmen seiner umfangeichen Untersuchungsergebnisse einen Bereich vor, der gerade für Bio-Höfe und -Betriebe sehr interessant ist. Ein paar der Rubriken möchte ich hier gerne kurz vorstellen.

Feldfrüchte und Grünland

Unter der Rubrik: „Feldfrüchte und Grünland“ werden aktuelle statistische Erhebungen und deren Ergebnisse zu den Fragen der Anbauflächen, der Hektarerträge und der Erntemengen ausgewählter Anbaukulturen im Zeitvergleich dargestellt und beantwortet.

https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-Forstwirtschaft-Fischerei/Feldfruechte-Gruenland/Tabellen/liste-feldfruechte-zeitreihe.html

Hier weitere interesssante Rubriken:

Landwirtschaftliche Betriebe

https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-Forstwirtschaft-Fischerei/Landwirtschaftliche-Betriebe/_inhalt.html;jsessionid=4B3707582320D6DED35D15DF33EDFE10.internet8712

Tiere und tierische Erzeugung

https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-Forstwirtschaft-Fischerei/Tiere-Tierische-Erzeugung/_inhalt.html;jsessionid=4B3707582320D6DED35D15DF33EDFE10.internet8712

Obst, Gemüse und Gartenbau

https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-Forstwirtschaft-Fischerei/Obst-Gemuese-Gartenbau/_inhalt.html;jsessionid=4B3707582320D6DED35D15DF33EDFE10.internet8712

Flächennutzung

https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-Forstwirtschaft-Fischerei/Flaechennutzung/_inhalt.html;jsessionid=4B3707582320D6DED35D15DF33EDFE10.internet8712

80% mehr Mais als im Jahr 2000 auf deutschen Ackerböden

80% mehr Mais als im Jahr 2000 auf deutschen Ackerböden

Seit dem Wechsel in das neue Jahrtausend, hat der Anbau von Mais in Deutschland um unglaubliche 80% zugenommen. Insgesamt nimmt er heute daher schon eine Fläche von fast 2,7 Millionen Hektar in Anspruch. Das ist eine sehr große Fläche, deren Größe sogar noch beeindruckender wird, wenn man bedenkt, dass dies rund ein Viertel unserer gesamten Ackerfläche ist.

Aber für was brauchen wir diese großen Mengen an Mais? Für die Ernährung? Ja, aber nicht für die der Menschen. Rund zwei Drittel der gesamten Ernte wird in der Tierfütterung und der Rest in den Biogasanlagen verbraucht.

Das allein wäre sicher schon eine unter gleich mehreren Gesichtspunkten zu überdenkende Praxis, da die Ackerfläche sinnvoller eingesetzt werden könnte. Aber das allein ist es nicht. Der Anbau von Mais, insbesondere in solchen Mengen, hat enorme Auswirkungen. Er braucht so zum Beispiel sehr viel Stickstoff, der den Böden meist durch eine extreme Düngung zugeführt werden muss.

Des Weiteren wächst er erst spät und schützt bis zu einer eigenen gewissen Pflanzengröße den Boden über einen langen Zeitraum des Frühjahrs nur sehr wenig vor direkten Umwelteinflüssen, wodurch wichtige Bodenschichten leichter durch Wind abgetragen oder durch Regenwasser weggeschwemmt werden können.

Von den weiteren bekannten Problemen einer solchen starken Monokultur, dem hohen Verbrauchs wichtiger Anbauflächen für andere Erzeugnisse und dem damit verbundenen großen Einsatz von Gift und Wasser ganz zu schwiegen.

Eine mehr als nur bedenkliche Entwicklung, die damit nicht nur die begrenzten und immer wichtiger werdenden Agrarflächen für eine sinnvollere Nutzung sperrt, sondern einer in weiteren Teilen wohl vermeidbaren zusätzlichen Belastung der Umwelt führt.

Weitergehende Infos: https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-Forstwirtschaft-Fischerei/Feldfruechte-Gruenland/Tabellen/liste-feldfruechte-zeitreihe.html