Wieder nur eine bloße Absichtserklärung auf dem Biodiversitätsgipfel der UNO?

Wieder nur eine bloße Absichtserklärung auf dem Biodiversitätsgipfel der UNO?

Die Erwartungen waren hoch, aufgrund der aktuellen Situation sogar sehr hoch. Doch statt des erwarteten weltweiten Schutzabkommens und einer Rahmenkonvention für den Schutz der Pflanzen und Tiere, wurden leider wieder nur Absichtserklärungen der rund 70 daran teilnehmenden Ländern verfasst und keine so wichtige und dringend benötigte gemeinsame offizielle Abschlusserklärung. Schade und sehr ärgerlich zugleich, denn hier wurde schon wieder eine weitere so wichtige Chance verspielt.

Der lediglich mit netten Worten gefasste Absichtserklärung gab man aber gleich einmal den vollmundigen Titel eines „Versprechens für die Natur“. Man will sich für den Erhalt der weltweiten biologischen Vielfalt einsetzen und kündigte bedeutsame Taten an. Ankündigungen aber keine wirklich konkreten Pläne und keine verpflichtenden Vorgaben oder festgelegte Folgen bei deren Nichteinhaltung.

Der scheinbar nun auch in New York in Mode gekommene Zielzeitpunkt 2050 ist nach der EU nun auch hier wieder anzutreffen, denn bis zu diesem Zeitpunkt, also erst in 30 Jahren, soll z.B. kein Plastikmüll mehr in die Meere gelangen. China kündigte an, bis 2060 klimaneutral zu sein, also sogar erst in 40 Jahren.

Bei allem Respekt:

Was ist mit den nächsten Monaten oder Jahren? Wir befinden uns bereits mitten im Klimawandel und uns stehen einfach nicht mehr 30 oder 40 Jahre zur Verfügung.

Immer wenn es um das Thema Umweltschutz geht, gibt es offenbar keinerlei Beschränkung mehr für den angeblichen Zeitpunkt in ferner Zukunft, an dem dann aber alles besser werden soll.

Was soll das?

Die meisten von den Verantwortlichen wissen doch in 5 Jahren nicht einmal mehr sicher, was sie alles von 10 Jahren schon einmal angekündigt hatten. Und selbst wenn, der Klimawandel hat ohnehin alle älteren „Ankündigungen“ der letzten 10 Jahre durch die klar erkennbaren katastrophalen weltweiten Auswirkungen in der Realität praktisch der Lächerlichkeit preisgegeben.

Wir haben nach zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen wahrscheinliche weniger als 8-10 Jahren, bis die Erde nicht mehr die sein wird, die wir heute noch kennen. Und was dann auf der Welt passieren wird, davon erleben wir gerade nur einen Vorgeschmack.

Schade, aber den Teilnehmer/innen scheint noch immer nicht bewusst zu sein, dass ihre ganzen Ankündigungen in spätestens 5 Jahren durch die dann noch weiter eskalierende Klimarealität als völlig überholt gelten werden.  Ausreichend sind sie doch bereits heute nicht.

Aber vielleicht wissen das die Verantwortlichen ja, denn so sind nahezu alle Ankündigungen machbar, denn sie werden sowieso niemals eingefordert oder realisierbar. Aber das kennen wir ja schon, denn schließlich wurde auch keines der 2010 gesetzten Ziele erreicht. Und der Klimawandel hat sich seitdem noch einmal erheblich verschärft. Doch statt endlich sofort massiv zu handeln, verlängern wir einfach den Zeitraum immer weiter in die Zukunft und schon ist alles gut. Nur mal zur Erinnerung, was u.a. 2010 vereinbart wurde:

„Die 20 Aichi-Ziele für den weltweiten Artenschutz wurden im Jahr 2010 im japanischen Nagoya, Präfektur Aichi, bei der Verabschiedung des Nagoya-Protokolls zur Umsetzung der Ziele der UN-Konvention zur Biodiversität formuliert. Sie untergliedern sich in fünf Bereiche und definieren konkret messbare und mit Indikatoren hinterlegte Vorgaben, beispielsweise:

  • die Ausdehnung der weltweiten Schutzgebiete zu Lande auf 17 Prozent der Oberfläche und auf 10 Prozent auf See
  • ein radikales Absenken der Verlustrate natürlicher Lebensräume
  • ein Ende der Überfischung
  • die Bekämpfung invasiver Arten
  • die Berücksichtigung des Wertes der biologischen Vielfalt in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung
  • die Verbreitung dieser Ziele in der Bevölkerung“

Quelle: https://www.br.de/nachrichten/wissen/ziele-weit-verfehlt-un-veroeffentlicht-bericht-zur-artenvielfalt,SAe6fJ9

Das ist alles sehr ärgerlich, denn jeder weitere Tag, jede Woche und jeder Monat ohne echte Maßnahmen festigt die schon bald nicht mehr umkehrbaren Klimaänderungen und den Weg direkt in die weltweite Katastrophe. Von Jahrzehnten und von vielen Jahren kann man hier schon lange nicht mehr sprechen und wer heute noch bewusst sogar von Zeiträumen von 3-4 Jahrzehnten spricht, ist für die Folgen, die uns alle erwarten, voll verantwortlich.

Es bleibt nun abzuwarten, ob wenigstens die Verhandlungen der UN-Konvention zum Schutz der biologischen Vielfalt (CBD) im nächsten Jahr den Durchbruch und wirkliche Maßnahmen bringen wird.

Wie lange wir noch Zeit haben, das Ruder vielleicht doch noch rumreißen zu können, ist nicht sicher, aber es gibt keine Prognose, die hierfür einen Zeitraum von 30-40 Jahren aufführt. Allen am Gipfel beteiligten Personen kennen diese Untersuchungen und die Vorhersagen. Dennoch werden absurde Zeitrahmen vorgegeben…um dann schnell wieder in die alten Muster zu verfallen. Bei so viel zur Verfügung stehenden Zeit kann man es ja ruhig angehen…