Buchtipp: Sabine Schiffer: Medienanalyse

Buchtipp: Sabine Schiffer: Medienanalyse

Gerade die Bio-Branche hat immer wieder mit Problemen zu kämpfen, die nicht zuletzt auch aus dem Umgang und der Darstellung der Medien rund um die Themen „Bio-Wirtschaft und Bio-Landwirtschaft“ entstehen. Einseitige Darstellungen, Fake News oder schlicht „falsche Meldungen“ behindern den längst überfälligen Umbau auf eine echte nachhaltige Wirtschaft in allen Bereichen.

Das neue Buch von Prof. Dr. Sabine Schiffer hilft hier gleich aus mehreren Richtungen weiter. Zum einen sieht die Autorin den allgemeinen Ruf nach mehr „Digitalisierung“ sehr kritisch, zum anderen klärt sie die Leser:innen über die (richtige!) Definition einer notwendigen neuen Medienkompetenz und die Tricks der Medienbranche auf und zeigt damit zugleich die Fallen, in die gerade kleinere Bio-Betriebe „fallen“ können.

Ein verständliches und sehr wichtiges Buch (auch) für alle Bio-Betriebe, insbesondere solche, die die „Neuen Medien“ und „Social Media“ für Ihre eigenen Zwecke einsetzen wollen.

Sehr empfehlenswert!

Erschienen im Westend Verlag zum Preis von EUR 20,00:

Anerkennung und Wertschätzung

Anerkennung und Wertschätzung

Nach den Ergebnissen der Umfrage der Bitkom-Research (s.o.), beklagten 88% der befragten Personen eine zu geringe Wertschätzung der Verbraucher der landwirtschaftlichen Arbeit. Eine alarmierende Zahl, denn jeder von uns weiß, wie wichtig die Wertschätzung der eigenen Arbeit gerade heute ist.

Immer wieder werden schnell harte Fronten definiert und der Landwirt und die Landwirtin als der Grund für viele Probleme ausgemacht.

Hierzu sind die Ergebnisse einer weiteren Frage der Bitkom-Research Umfrage interessant:

97% gaben an, dass sie auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz in ihren Betrieben achten.

77% sehen den Klimawandel als eine große Bedrohung für die Landwirtschaft an.

62% sagen, dass sie als Landwirte/innen eine große Verantwortung beim Kampf gegen den Klimawandel tragen.

51% gaben an, dass sie aufgrund des Klimawandels etwas an ihrer Produktion ändern wollen.

(Quelle: Bitkom Research 2020, https://www.bitkom-research.de/system/files/document/200427_PK_Digitalisierung_der_Landwirtschaft.pdf

Ist es unter Berücksichtigung dieser Zahlen und der Tatsache, dass alle Landwirte/innen uns alle auch in der Coronakrise mit höchstem personlichen und finanziellen Einsatz mit Lebensmittel versorgt haben, nicht auch gerecht, wenn 98% der Landwirte/innen angaben, dass sie, wenn sie die Landwirtschaft ändern sollen, höhere Preise bräuchten?

Ich denke nicht.

Alle landwirtschaftlichen Betriebe, egal ob Bio oder nicht, haben in den letzten Jahren gezeigt, dass sie trotz der zunehmenden Komplexität, den steigenden gesetzlichen Anforderungen, der nicht selten daraus resultierenden zusätzlichen Bürokratie und dem großen Mehraufwand bereit waren und sind, sich der Digitalen Transformation zu stellen.

Und ich bin mir sicher, dass wir viel mehr gemeinsam stemmen könnten, wenn die Gesellschaft dies endlich anerkennen würde, denn eines muss jedem klar sein: Die Landwirte/innen haben nicht nur mit diesen steigenden Anforderungen zu kämpfen, sondern mit in einigen Teilen Deutschland nahezu lächerlich hohen und weiter steigenden Bodenpreisen (durch Spekulanten und Investoren bedingt!) und dadurch fehlenden Nutzboden für die Landwirtschaft, sinkenden Preise für ihre Erzeugnisse und ständig zunehmenden Dürreperioden.

Aus vielen persönlichen Gespräche ist mir etwas deutlich geworden. Obwohl die Landwirte/innen auch in Coronazeiten (allein das Beispiel der Saisonarbeiter soll hier stellvertretend erwähnt werden) weiter unter erschwerten Bedingungen unsere Nahrung sichergestellt haben, wurden ihre Leistungen nicht anerkannt und erst recht nicht wertgeschätzt. Die meisten Landwirte/innen hatten noch nie einen 40 Stundenwoche oder einen 8-Stundentag, dennoch haben sie, wie viele andere Berufsgruppen auch, ihren gerade in der Pandemie so wichtigen Beitrag für die ganze Gesellschaft erbracht und ein Mehrfaches an Arbeitszeit und -kraft erbracht.

Vielleicht sollten wir alle mal wieder einfach Danke sagen!

Ich jedenfalls bedanke mich bei den Landwirten/innen für ihre tolle Arbeit und ihre Bereitschaft, sich trotz der ständigen zunehmenden Anforderungen und schlechten Entwicklungen täglich dafür zu kämpfen, dass unsere Nahrung weiter sicher ist.

Wir alle müssen unserer Wertschätzung für die Landwirtschaft aber auch in unserem täglichen Verhalten deutlich machen und wieder mehr regional, saisonal und am besten direkt bei den Erzeugern/innen einkaufen. So können wir nicht nur endlich eine in diesen Bereichen schon längst notwendige Wende einleiten, sondern unsere Landwirte/innen unterstützen und nicht multinationale Konzerne, bei denen schon der Joghurt mehr Flugkilometer hinter sich gebracht hat, als viele Menschen in ihrem ganzen Leben. Und wenn wir einfach wieder nur das Obst und das Gemüse essen, das der Jahreszeit entspricht, unseren Fleischkonsum hinterfragen und wieder echte Lebensmittel bei unseren Landwirten/innen in der Nähe kaufen, dann, ja dann, wird es für diese und für uns ganz sicher eine bessere Zukunft geben.

Es ist beim Bedanken, wie meistens, eigentlich ganz einfach:

Ich sage daher hier an dieser Stelle einmal ganz deutlich an alle Landwirtinnen und Landwirte:

Danke! Danke! Danke!