Das EU-Parlament und die Staaten der EU einigen sich auf ein Klimaziel für 2030

Das EU-Parlament und die Staaten der EU einigen sich auf ein Klimaziel für 2030

Es war wieder einmal eine schwere Geburt, diese „Einigung“. Bis 2030 sollen nun also die Treibhausgase der EU um mindestens 55% gesenkt werden (unter den Wert von 1990) Vorher in der Diskussion waren nur 40%. Dennoch: Eigentlich sollten die Werte um 60% gesenkt und zudem eine wesentlich schärfere Berechnungsmethode eingesetzt werden. Beides ist nicht erfolgt.

Aber wie wohl zu erwarten, wurde nicht nur um jeden Prozentpunkt gefeilscht, sondern wieder einmal „tief in die Trickkiste“ gegriffen. Denn die Kohlendioxidmengen, die in den Böden, den Pflanzen und den Wäldern gespeichert sollten mit einbezogen werden. Dann liegen die Einsparungen nach einigen Forschern aber im Ergebnis auch bei wohl nur noch rund 52,8%.

Und der Wert wäre sogar noch geringer, wenn man nicht darauf bestanden hätte, dass die Anrechnung auf bestimmte Werte „gedeckelt“ wurde. Die EU-Kommission soll nun durch eine aktive Aufforstung die sog. Bindekraft der Wälder auf 300 Mio Tonnen CO2 erhöhen, so dass dadurch dann doch der Wert von 55% zumindest im rechnerischen Ergebnis erreichbar sein soll.

Nun muss man sich natürlich die Frage stellen, ob diese Ziele überhaupt ausreichen u n d die Einigung sinnvoll ist. Immerhin bestimmt sie vieles und das über fast ein ganzes Jahrzehnt. Wahrscheinlich dem letzten, in dem weltweit überhaupt noch für die gesamte Menschheit ein Wechsel und ein erfolgreicher Kampf gegen den Klimawandel und das Artensterben möglich sein wird.

Zudem dürfte mit diesen Werten wohl das Erreichen der Ziele des Pariser Klimaabkommens tatsächlich nicht (mehr) möglich sein, und die Zahlen werde, selbst wenn sie erreicht werden sollten!, nicht ausreichen, um den Klimawandel zu stoppen. Wieder einmal wurde so lange mit den Zahlen jongliert, bis man ein Ergebnis hatte, das man der Öffentlichkeit schließlich als Erfolg präsentieren (verkaufen?) konnte. Erstaunlich, denn auch in der EU dürfte langsam hoffentlich jedem klar sein, dass man mit der Natur nicht verhandeln kann und uns jeder weitere Tag des Wartens am Ende noch sehr viel mehr kosten wird.

Dass sich die EU dadurch aber zudem schon vor dem „Virtuellen Klimagipfel“ des US-Präsidenten Biden in eine ökonomisch schlechtere weltweite Wettbewerbssituation mit den USA und China bringt, ist auch taktisch unklug. Die EU zeigt so aber auch, dass das Ergebnis, forciert allein durch die Wirtschaft, schlechter ist, als wir es im Kampf gegen den Klimawandel so dringend brauchen u n d außerdem nicht einmal die Interessen der Wirtschaft selbst wirklich berücksichtigt. Die EU will offenbar nicht den ökonomischen Anschluss an China und die USA verlieren, die nun den Klimaschutz, wenn auch wohl im Wesentlichen aus reinen eigenen ökonomischen Zielen, auf ihre Fahnen schreiben werden. Und doch genau das hat die EU nun leider erreicht, denn beide Nationen werden mit Sicherheit höhere Klimaziele festsetzen und damit die EU auch im ökonomischen Wettbewerb hinter sich lassen. Wir verlieren somit doppelt.

https://ec.europa.eu/clima/policies/strategies/2030_de

Das Ziel des Ökolandbaus wird nicht erreicht – Experten fordern die Nachfrage durch die die öffentlichen Küchen anzukurbeln

Das Ziel des Ökolandbaus wird nicht erreicht – Experten fordern die Nachfrage durch die die öffentlichen Küchen anzukurbeln

Die Ziele der Bundesregierung zur Förderung des Wachstums im ökologischen Landbau durch eine erhöhte Nachfrage sind weiter in die Ferne gerückt. Auch hier gilt leider wieder, das die Diskrepanz zwischen dem, was das Bundeslandwirtschaftsministerium, und insbesondere die Ministerin Klöckner  „versprechen“, und dem, was dann tatsächlich passiert, größer wird. Auf eine aktuelle Initiative zu der Frage der Nutzung von Bio-Lebensmitteln in öffentlichen Küchen möchte ich hier nur kurz hinweisen.

https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/oekologischer-landbau/bio-bitte.html

Aber seien wir ehrlich: Das Ziel, bis 2030 mindestens 20% der landwirtschaftlichen Nutzfläche ökologisch zu bewirtschaften, rückt ohnehin immer weiter in die Ferne. Und Sätze wie: Wir wollen die Landwirtschaft nachhaltiger gestalten, aber nur, wenn es auch ökonomisch tragfähig sei, zeigen, dass hier auch weiterhin entweder ein sehr großes Informations- oder Wissensdefizit herrscht, oder vielleicht die wirtschaftlichen Interessen (weiterhin und allein?) im Vordergrund stehen. Das war, ist und bleibt in dieser Form nicht hinnehmbar und gefährdet im Ergebnis uns alle.

Wer hier weiterhin nur etwas ändern will, wenn und soweit es „ökonomisch tragfähig“ ist, versteht nicht den Ernst der Lage. Oder will es nicht verstehen?

Es ist heute doch eigentlich jedem klar, dass die Folgen eines weiteren Voranschreitens des Klimawandels die weltweite Wirtschaft vor die größten und ggf. existenziellsten Probleme stellen wird und jeder weitere Tag des Wartens gerade auch die Wirtschaft am Ende sehr viel mehr kosten wird. Ministerin Klöckner muss sich also entscheiden, welche Seite der Waagschale für sie nun wichtiger ist. Und sie muss dafür dann auch in der Zukunft und für diese und uns alle die Verantwortung übernehmen. 

Die Ministerin sieht übrigens die Verantwortung in der Frage der Bio-Lebensmitteln in den öffentlichen Kunden bei den Ländern und den Kommunen. Ein Vorgehen, das bei Frau Ministerin Klöckner wohl keinen mehr wirklich überraschen wird. Leider. Ich würde mir einfach mehr wünschen, als eine Ministerin, die selbst sagte:

„Ich argumentiere jetzt nicht mit dem Green Deal, der Biodiversitätsstrategie, der Farm-to-Fork-Strategie. Das sind Visionen, die die Kommission ausgegeben hat. Die zum Teil, ich versuche es freundlich auszudrücken, etwas über dem Acker schwebt und zum Teil nicht sehr viel mit der Realität auf dem Acker zu tun hat.“

Quelle: https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/gemeinsame-agrarpolitik-eu-minister-verhandeln-ueber-reform,SDq0fa7

In ihrer Video-Botschaft bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Bauernverbandes sprach sich Julia Klöckner gegen eine Agrarwende und für eine zukunftsgerichtete Landwirtschaft aus.

https://www.wochenblatt.com/landwirtschaft/agrarpolitik/julia-kloeckner-mit-viel-lob-fuer-die-bauern-12379058.html

Schade.

EU-Minister verhandeln über die neue Gemeinsame Agrarpolitik (GAP)

EU-Minister verhandeln über die neue Gemeinsame Agrarpolitik (GAP)

Mehr als ein Drittel der Gelder in der EU geht in die Landwirtschaft der Mitgliedsstaaten und damit stellt dieser Bereich noch immer den größten im gesamten Haushalt dar. Dass dies so bleibt, war gar nicht so klar, denn einige der Mitgliedsstaaten hatten sich in den letzten Jahren immer wieder für eine Reduzierung stark gemacht, während andere, allen voran Deutschland und Frankreich, dagegen waren. 

Nun geht es also bei den neuen Reformverhandlungen wieder einmal um die Neu-Verteilung der Gelder und das führt schon vor dem Beginn der Verhandlungen der 27 Agrarminister zu Differenzen. Aufgrund des deutschen Ratsvorsitzes in der EU, wird die deutsche Ministerin Klöckner diese Gespräche leiten. Kein guter Einstieg, ist die Ministerin doch bekannt dafür, dass sie den Plänen der EU-Kommission alles andere als positiv gegenübersteht.

Während die Kommission

  • einen stark erhöhten Anteil der Gelder an Umweltauflagen festmachen und
  • den Einsatz von Pestiziden halbieren
  • den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung reduzieren
  • und den Bio-Landbau auf 25% der Flächen erhöhen will,

ist die deutsche Ministerin nicht dieser Meinung, denn ihr geht das alles wohl zu weit.

Sie scheint sich im Wesentlichen nur für die (rein finanziellen) Wünsche der großen Agrarmultis zu interessieren und für die großen Verbände zu sprechen. Leider missachtet sie dabei zugleich sämtliche gegen ihre Meinung und für die Ansichten der Kommission sprechenden Fakten. Aber das war wohl leider zu erwarten, denn bislang wurden die Gelder ja bereits im Wesentlichen an der Größe der Betriebe ausgerichtet. Also alles ganz einfach: Je mehr Hektar man hat, desto mehr Fördergelder bekommt man. Die kleineren Familienbetriebe (und damit viele Bio-Betriebe) und die so ungemein wichtigen klein-bäuerlichen Strukturen verlieren dabei praktisch leider völlig.

So lang, bis die kleinen Betriebe nicht mehr mit den Großen mithalten können. Dann werden sie in aller Regel von einem der großen Betriebe aufgekauft und der negative Kreislauf beginnt von neuem. Die Preise für Agrarland steigen in vielen Teilen Deutschlands ins grenzenlose und die kleineren Betriebe haben schlichtweg nicht (mehr) genug Kapital, um selbst was dazu zu kaufen. Die Folge dann meist auch hier: Verkaufen…

Und wie die Flächen bewirtschaftet werden, ist für die Fördermittel der EU nahezu egal, denn einzig die Größe zählt. Mehr und größer…Was eine Fortsetzung dieses schwachen und umwelttechnisch schlechten Systems für die Umwelt und die Artenvielfalt bedeutet, kann sicherlich jeder leicht nachvollziehen.

Das allein wäre grundsätzlich schon eine schlechte Nachricht. In der aktuellen Situation der Umwelt, dem Fortschreitens des Klimawandels und des immer schneller werdenden Artensterbens, ist es jedoch eine ganz klare und weitere Bankrotterklärung.

Es bleibt zu hoffen, dass sich die anderen Agrarminister von den fachlich ohnehin nicht zu belegenden Ansichten von Frau Klöckner nicht beeindrucken lassen.

Selbst wenn alle Fakten in immer stärkerem Ausmaße klar dagegensprechen, scheinen allein die wirtschaftlichen Interessen weiterhin vorzugehen. Erschreckend. Beängstigend. Dumm!

PS: Der heute ebenfalls veröffentlichte Bericht der Umweltagentur EEA, siehe nächste News, gibt weitere Beweise dafür, dass hier Reformen dringender denn je notwendig sind.

Wieder nur eine bloße Absichtserklärung auf dem Biodiversitätsgipfel der UNO?

Wieder nur eine bloße Absichtserklärung auf dem Biodiversitätsgipfel der UNO?

Die Erwartungen waren hoch, aufgrund der aktuellen Situation sogar sehr hoch. Doch statt des erwarteten weltweiten Schutzabkommens und einer Rahmenkonvention für den Schutz der Pflanzen und Tiere, wurden leider wieder nur Absichtserklärungen der rund 70 daran teilnehmenden Ländern verfasst und keine so wichtige und dringend benötigte gemeinsame offizielle Abschlusserklärung. Schade und sehr ärgerlich zugleich, denn hier wurde schon wieder eine weitere so wichtige Chance verspielt.

Der lediglich mit netten Worten gefasste Absichtserklärung gab man aber gleich einmal den vollmundigen Titel eines „Versprechens für die Natur“. Man will sich für den Erhalt der weltweiten biologischen Vielfalt einsetzen und kündigte bedeutsame Taten an. Ankündigungen aber keine wirklich konkreten Pläne und keine verpflichtenden Vorgaben oder festgelegte Folgen bei deren Nichteinhaltung.

Der scheinbar nun auch in New York in Mode gekommene Zielzeitpunkt 2050 ist nach der EU nun auch hier wieder anzutreffen, denn bis zu diesem Zeitpunkt, also erst in 30 Jahren, soll z.B. kein Plastikmüll mehr in die Meere gelangen. China kündigte an, bis 2060 klimaneutral zu sein, also sogar erst in 40 Jahren.

Bei allem Respekt:

Was ist mit den nächsten Monaten oder Jahren? Wir befinden uns bereits mitten im Klimawandel und uns stehen einfach nicht mehr 30 oder 40 Jahre zur Verfügung.

Immer wenn es um das Thema Umweltschutz geht, gibt es offenbar keinerlei Beschränkung mehr für den angeblichen Zeitpunkt in ferner Zukunft, an dem dann aber alles besser werden soll.

Was soll das?

Die meisten von den Verantwortlichen wissen doch in 5 Jahren nicht einmal mehr sicher, was sie alles von 10 Jahren schon einmal angekündigt hatten. Und selbst wenn, der Klimawandel hat ohnehin alle älteren „Ankündigungen“ der letzten 10 Jahre durch die klar erkennbaren katastrophalen weltweiten Auswirkungen in der Realität praktisch der Lächerlichkeit preisgegeben.

Wir haben nach zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen wahrscheinliche weniger als 8-10 Jahren, bis die Erde nicht mehr die sein wird, die wir heute noch kennen. Und was dann auf der Welt passieren wird, davon erleben wir gerade nur einen Vorgeschmack.

Schade, aber den Teilnehmer/innen scheint noch immer nicht bewusst zu sein, dass ihre ganzen Ankündigungen in spätestens 5 Jahren durch die dann noch weiter eskalierende Klimarealität als völlig überholt gelten werden.  Ausreichend sind sie doch bereits heute nicht.

Aber vielleicht wissen das die Verantwortlichen ja, denn so sind nahezu alle Ankündigungen machbar, denn sie werden sowieso niemals eingefordert oder realisierbar. Aber das kennen wir ja schon, denn schließlich wurde auch keines der 2010 gesetzten Ziele erreicht. Und der Klimawandel hat sich seitdem noch einmal erheblich verschärft. Doch statt endlich sofort massiv zu handeln, verlängern wir einfach den Zeitraum immer weiter in die Zukunft und schon ist alles gut. Nur mal zur Erinnerung, was u.a. 2010 vereinbart wurde:

„Die 20 Aichi-Ziele für den weltweiten Artenschutz wurden im Jahr 2010 im japanischen Nagoya, Präfektur Aichi, bei der Verabschiedung des Nagoya-Protokolls zur Umsetzung der Ziele der UN-Konvention zur Biodiversität formuliert. Sie untergliedern sich in fünf Bereiche und definieren konkret messbare und mit Indikatoren hinterlegte Vorgaben, beispielsweise:

  • die Ausdehnung der weltweiten Schutzgebiete zu Lande auf 17 Prozent der Oberfläche und auf 10 Prozent auf See
  • ein radikales Absenken der Verlustrate natürlicher Lebensräume
  • ein Ende der Überfischung
  • die Bekämpfung invasiver Arten
  • die Berücksichtigung des Wertes der biologischen Vielfalt in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung
  • die Verbreitung dieser Ziele in der Bevölkerung“

Quelle: https://www.br.de/nachrichten/wissen/ziele-weit-verfehlt-un-veroeffentlicht-bericht-zur-artenvielfalt,SAe6fJ9

Das ist alles sehr ärgerlich, denn jeder weitere Tag, jede Woche und jeder Monat ohne echte Maßnahmen festigt die schon bald nicht mehr umkehrbaren Klimaänderungen und den Weg direkt in die weltweite Katastrophe. Von Jahrzehnten und von vielen Jahren kann man hier schon lange nicht mehr sprechen und wer heute noch bewusst sogar von Zeiträumen von 3-4 Jahrzehnten spricht, ist für die Folgen, die uns alle erwarten, voll verantwortlich.

Es bleibt nun abzuwarten, ob wenigstens die Verhandlungen der UN-Konvention zum Schutz der biologischen Vielfalt (CBD) im nächsten Jahr den Durchbruch und wirkliche Maßnahmen bringen wird.

Wie lange wir noch Zeit haben, das Ruder vielleicht doch noch rumreißen zu können, ist nicht sicher, aber es gibt keine Prognose, die hierfür einen Zeitraum von 30-40 Jahren aufführt. Allen am Gipfel beteiligten Personen kennen diese Untersuchungen und die Vorhersagen. Dennoch werden absurde Zeitrahmen vorgegeben…um dann schnell wieder in die alten Muster zu verfallen. Bei so viel zur Verfügung stehenden Zeit kann man es ja ruhig angehen…

Haben wir den Kampf gegen den Klimawandel und das Artensterben nicht schon längst verloren?

Haben wir den Kampf gegen den Klimawandel und das Artensterben nicht schon längst verloren?

In der letzten Zeit mehren sich die Stimmen, die sagen, dass wir die Klimakatastrophe heute praktisch schon nicht mehr verhindern können. Wir müssen uns damit abfinden und nur noch darüber nachdenken, wie wir mit der Katastrophe und deren Folgen für uns und den Planeten umgehen sollen. Aber was bedeutet das? Aufgeben?

So wird von den Vertreter der Ansicht u.a. ausgeführt, dass jeder Mensch, der heute jünger als ca. 60 Jahre alt ist, große Chancen haben wird, das Artensterben noch selbst in hohem Maße mitzuerleben.

Ja, die Prognosen sind wirklich düster:

Der Anstieg der Meere, schlimmer werdende Klima- und Wetterextreme, unglaubliche Ausfälle der Ernten weltweit wegen immer längerer und schlimmerer Dürren oder gewaltigen Überschwemmungen, Staaten die volkwirtschaftlich kapitulieren müssen und viele hundert Millionen Menschen auf der Flucht vor den Klimaauswirkungen oder den daraus resultierenden wirtschaftlichen Folgen.

In weniger als 50 Jahren soll bereits fast die Hälfte der Menschen in wetterbedingt unbewohnbaren Regionen leben.

Wie bereits gesagt, denke ich, dass allein die beiden großen Probleme Klimawandel und Artensterben so komplex sind, dass eine einfache Lösung bereits dem Grunde schlichtweg unmöglich ist. Wenn dies aber so ist, ist es auch unwahrscheinlich eine sichere Prognose für einen bereits heute bestehenden „Point of no Return“ abgeben zu können.

Zudem denke ich, dass es gerade wegen der enormen Komplexität und den extremen Abhängigkeiten und der kaum beherrschbaren Vorhersehbarkeit der Auswirkungen der Faktoren untereinander, sehr wohl noch gute und richtige Wege gibt.

Klimawandel

Ein paar Ideen:

Beim Klimawandel kann man z.B. die natürlichen CO2 Speicher schützen oder diese schnellst möglichst weiter ausbauen. Neben dem Aufforsten und dem schnell und extrem zu verbessernden Schutz bereits bestehender Wälder ist dies z.B. die Renaturierung aller Moorgebiete weltweit.

Zudem kann der Mensch aktiv der Atmosphäre CO2 entziehen und es z.B. in unterirdischen Regionen lagern oder sogar in Stein binden. Einige der Techniken sind noch kostspielig, werden aber sicher günstiger werden und stellen im Ergebnis zur Alternative wohl auch bei hohen Zahlen die weitaus geringeren Investitionen dar.

Island air catcher

https://www.tagesschau.de/ausland/co2-island-101.html

Unabhängig davon, dass einige neue Technologien, wie z.B. die CCS ( Carbon Capture and Storage)

https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/gewaesser/grundwasser/nutzung-belastungen/carbon-capture-storage#grundlegende-informationen

zum Teil noch sehr kritisch zu würdigen sein werden, stellen sie doch grundsätzlich erst einmal zu prüfenden Wege da.

Aber Achtung:

Selbst wenn wir natürliche oder künstliche CO2 Speicher haben oder diese in der Quantität ausbauen, entbindet dies uns alle nicht davor, die Emissionen ibereits bei deren Entstehung extrem zu senken. Denn, wie der Weltklimarat schon sagte, sind nur beide, also die Maßnahmen bei der Entstehung der Emissionen u n d die einer späteren Bindung wohl gemeinsam zielführend.

Und das alles ist keine Fiktion, sondern es geht wirklich, wie die Stadt Kopenhagen es schon vielversprechend vormacht. Bis 2025 will sie CO2 neutral sein.

https://www.handelskammer.dk/newsroom/news-details/kopenhagen-klimaneutral-bis-2025

Aber gerade auch in Kopenhagen zeigt sich, dass es wieder sehr viele verschiedene Handlungen und zahlreiche Einzelmaßnahmen sind, die schließlich erst gemeinsam zu einem ausgezeichneten Gesamtergebnis führen werden.

Artensterben

Auch beim Artensterben sind wir es alle, die versuchen müssen, gemeinsam durch die o.a. Punkte und einem kompletten Umdenken der eigenen Verhaltens- und Lebensweisen die von uns allen verursachte Umweltzerrstörung zeitnah zumindest erst einmal zu mindern. Wichtig ist, dass wir uns bewusst werden, dass das Artensterben auch durch den Klimawandel, aber in hohem Maße bereits von der allein von uns ebenfalls verursachten Umweltzerstörung verursacht wird und wir daher auch an beiden Problemen arbeiten müssen. Es gibt keine Entschuldigung zu behaupten, dass wir den Klimawandel nicht schaffen können und daher das Artensterben auch nicht mehr aufzuhalten ist. Allein durch ein schnelles Beenden der Umweltzerstörung, wird zumindest das Artensterben erheblich und unmitelbar eingeschränkt werden, was wiederum den Kampf gegen den Klimawandel unterstützen würde.

Hier gibt es bereits eine Vielzahl von Maßnahmenvorschlägen, von denen ich hier nur beispielshaft ein paar aufzeigen möchte:

Ein Stopp des weltweiten Verbrauchs von Land für nicht-landwirtschaftliche Nutzungen und eine Umstellung auf biodiversitätsfreundlichere Bewirtschaftung.

Reduzierung der erzeugten Masse an Agrarprodukte weltweit, u.a. durch eine durch mehr Aufklärung zu erreichende bewusstere Ernährung sowie eine Umstellung der Essgewohnheiten, insbesondere in den Industrienationen.

Eine Reduzierung des Fleischkonsums und ein sehr viel bewussterer Maßstab bei dem Anteil des Fleisches an der Ernährung und der absoluten Menge. Hierdurch sind weitere Vorteile erreichbar, insbesondere beim damit unmittelbar zusammenhängenden Landverbrauch und dem exorbitant hohen Energie- und Wasserverbrauch allein bei der Erzeugung von Fleisch.

Sinnvolle und nachhaltige Erhöhung der Produktivität gerade der Kleinbetriebe in der Landwirtschaft, dies jedoch immer unter Einhaltung aller notwendiger ökologischer Aspekte.

Ein neuer Umgang mit Lebensmitteln, damit wir nicht weiterhin jährlich unvorstellbare Mengen an Lebensmittel wegwerfen: Nach einem Bericht der Welthungerhilfe sind dies unvorstellbare Mengen, die zudem immer mehr anwachsen:

https://www.welthungerhilfe.de/aktuelles/blog/lebensmittelverschwendung/

Es ärgert mich in kaum vorstellbarer Weise, wenn ich lese, dass:

„1,3 Milliarden Tonnen Nahrungsmittel landen Jahr für Jahr auf dem Müll und gleichzeitig hungern weltweit 815 Millionen Menschen. Ein Drittel von dem, was weltweit produziert wird geht verloren, weil es bei der Herstellung oder beim Transport beschädigt wurde oder in Lagern, Läden und Haushalten verdirbt.

Pro Kopf und Jahr landen in Deutschland ca. 55 Kilogramm Essen im Müll

In Deutschland werfen wir pro Kopf und Jahr Lebensmittel im Wert von rund 235 Euro weg. Der tatsächliche Preis unseres Konsums ist aber viel höher. Woher die Rohstoffe für unsere Lebensmittel kommen? Wir nutzen die Ressourcen anderer – ihr Land, ihre Arbeitskraft, ihr Wasser.“ 

https://www.welthungerhilfe.de/aktuelles/blog/lebensmittelverschwendung/

Und um es hier noch mal klarer zu sagen:

Die Vermeidung allein dieser unvorstellbar großen Mengen hätte für uns Menschen nicht die kleinste Einschränkung zur Folge!

Was könnten wir alles erreichen, wenn wir alle unsere Ernährung nur ein wenig umstellen und zudem das Wegwerfen von Lebensmitteln vermeiden könnten? Welche Folgen würden damit allein für die Umwelt, die Tier- und Landwirtschaft und damit wieder für die Umwelt verbunden sein? Und wie viele echte „Einschränkungen“ müssten wir wirklich erleiden?

Es ist doch eigentlich viel einfacher, als man denkt oder sind wir alle schon so arrogant und egoistisch, dass wir nicht einmal mehr dazu bereit sind, sogar auf überflüssiges und schädliches zu verzichten?

Weitere Infos findet man:

World Resources Institute (WIR)

https://www.wri.org/

Weltbiodiversitätsrat

https://ipbes.net/

https://www.bmu.de/themen/natur-biologische-vielfalt-arten/naturschutz-biologische-vielfalt/biologische-vielfalt-international/weltbiodiversitaetsrat-ipbes/

Ein wichtiger Akteur bei der Lösung der beiden Probleme ist wieder die Bio-Branche.

Was für mich als Mensch noch viel wichtiger ist, das ist der Umstand, dass es schon seit Jahren keine Alternative mehr dazu gibt, es sofort und ernsthaft zu versuchen. Was sollen wir denn sonst tun? Kapitulieren? Das ist nicht nur denklogisch sinnlos.

Und ich glaube fest daran, dass wir mit jeder Handlung, so klein sie zunächst auch dem Einzelnen erscheinen mag und mit jedem Tag, an dem wir einfach so viel tun, wie wir können, dem Ziel mit vielen kleinen Schritten kontinuierlich näherkommen.

Ich werde nicht aufgeben und bin wirklich der Ansicht, dass wir es gemeinsam schaffen können und müssen, denn seien wir ehrlich:

Und überhaupt: Haben wir denn überhaupt eine Alternative?

Ein (aber nur ein!) wichtiges Werkzeug stellen die Mittel und Möglichkeiten der digitalen Transformation den Bio-Betrieben zur Verfügung. Der Einsatz kann zu einer schnellen Verbesserung in der Landwirtschaft führen, insbesondere in den Bereichen Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz.

Wenn die Bio-Höfe z.B. die gesamten digitalen Kommunikationsmedien sinnvoll einsetzen, um damit die Verbraucher über diese ganzen Fakten und Hintergründe wahrheitsgemäß zu informieren, um so deren Bewusstsein und deren gesamten Kauf- und Konsumverhalten zu ändern, können wir sehr schnell gigantische Erfolge erzielen.