Der Fleischkonsum der Menschen ist noch immer der größte Naturzerstörer

Der Fleischkonsum der Menschen ist noch immer der größte Naturzerstörer

Ein neuer Bericht der UNO macht noch einmal deutlich und unmissverständlich klar, was der Fleischkonsum, insbesondere in der aktuellen großen Menge, für die Natur bedeutet. Es ist einfach: Je mehr Fleisch die Menschen verzehren, desto größer und schneller wird die Natur umfangreich zerstört und schon heute ist der immense weltweite Fleischkonsum die Ursache Nummer 1. Neben den unmittelbaren Faktoren, bedingt u.a. z.B. durch die Ausscheidungen der Tiere, ist es besonders die weltweit immer mehr zunehmende Futtermittelproduktion, die wiederum unmittelbar und mittelbar die Natur zerstört und zahlreiche Lebensräume für immer vernichtet und die Artenvielfalt in kaum vorstellbarem Ausmaße dezimiert.

Die Landwirtschaft, die nur noch den Hunger der Tiere decken soll, ist nicht nur die intensivste, sondern leider auch meist die mit dem höchsten Einsatz an Pestiziden. Zudem werden durch die hier nahezu ausnahmslos anzutreffenden Monokulturen und die steigende Umwidmung immer neuer Gebiete vormaliger natürliche Ökosysteme hin zur reinen Produktion von Futtermitteln weitere Zerstörungsvorgänge in Gang gesetzt.

Wohl schon heute werden rund 30% der von Menschen produzierten und zu verantwortenden Treibhausgasemissionen durch die Landwirtschaft verursacht. Der Verlust der Biodiversität ist enorm und in einigen Regionen so weit fortgeschritten, dass eine Umkehr kaum noch möglich sein wird. Zudem, und das muss auch klar gesagt werden, fehlen diese Flächen dann auch für den Anbau der unmittelbaren Grundnahrungsmittel der gesamten pflanzlichen Ernährung der Menschen.

Hinzu kommen weitere Faktoren, wie z.B. der enorme Verbrauch von Wasser und Energie, allein um das Futtermittel für die Tiere herzustellen, die dann wiederrum Wasser und weiterer Energie bei ihrem Wachstum (ver-) brauchen.

Was zudem solche Eingriffe in immer mehr Regionen und Lebensräume verschiedenster Pflanzen- und Tierarten bedeuten kann, zeigt uns die aktuelle Coronapandemie. Je mehr Lebensräume von Wildtieren eingeschränkt werden und je näher wir diesen z.B. durch den landwirtschaftlichen Anbau kommen, desto größer ist das Risiko, dass in Zukunft weitere Pandemien entstehen und auf den Menschen übergehen könnten.

Die Menschheit muss heute nicht nur gegen den Klimawandel und das Artensterben kämpfen, sondern auch gegen die bestehende und in Zukunft weiter drohende neue Pandemien. 3 große Aufgaben. Aktuell drei zu große Aufgaben, wie es den Anschein macht.

Besonders gefährlich ist dabei der Umstand, dass die drei Bereiche sich untereinander und gegenseitig verstärken. Ein Leben mit immer neuen Pandemien wird umso wahrscheinlicher, wenn wir den Klimawandel und das Artensterben nicht schnellst möglichst aufhalten können. Was das bedeutet, zeigt die aktuelle Pandemie, leider aber wohl nur in einer noch abgeschwächten Form, denn zukünftige Pandemien könnten weiter schlimmer werden. Wobei uns klar sein muss, dass wir aktuell kaum was gegen den Klimawandel und das Artensterben unternehmen und die Coronapandemie noch lange nicht vorbei sein wird. Und selbst wenn, es wird in vielen Bereichen nie mehr so sein, wie vor der Pandemie.

Wir alle müssen sofort unseren Fleischkonsum drastisch reduzieren oder, noch besser, gleich auf den Verzehr ganz verzichten. Wer in Zukunft weiterhin Fleisch konsumieren will, muss nicht nur sehr viel weniger davon essen, sondern auch auf die Herkunft und die (art- und umweltgerechte) Erzeugung des Fleisches, der Futtermittel, dem Transport, dem Tierwohl usw. achten. Dass Fleisch dann aber sehr viel teurer sein wird, ist selbstverständlich.

Quelle:  https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/uno-bericht-fleischkonsum-ist-groesster-naturzerstoerer-a-0b441812-4ed4-44ca-91a9-a83dedca4dbc

Weitere Infos: https://www.chathamhouse.org/2021/02/food-system-impacts-biodiversity-loss/summary

Rückgang der Weichtiere im östlichen Mittelmeerraum um bis zu 95%

Rückgang der Weichtiere im östlichen Mittelmeerraum um bis zu 95%

Paolo Albano von der Universität Wien hat mit seinem Forschungsteam neue und leider keine guten Ergebnisse und Zahlen veröffentlicht. Nach den Untersuchungen seines Institutes hat sich der Zustand des Meers an der gesamten israelischen Küste extrem verschlechtert. So hat dort die Zahl der Muscheln, Schnecken und weiterer sogenannter Wirbelloser um fast 95% abgenommen. Nach Ansicht der Forscher hat sich das Bild gerade in den flacheren Teilen in ungeheurem Maße verändert.

Nicht nur, dass dieses echte Massensterben zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte, siedeln sich nun wohl zudem immer mehr tropische Arten dort an. Der Verlust der Diversität ist erheblich und wird sich nach Ansicht der Fachleute sogar wohl weiter fortsetzen.

Bereits heute gehören die Gewässer vor Israel zu den wärmsten des gesamten Mittelmeers. Die Temperatur hat sich so dort allein in der Zeit zwischen 1980 und 2013 um unglaubliche 3 Grad erhöht. Im Sommer werden nun an vielen Abschnitte Wassertemperaturen von 32 (!) Grad erreicht.

Die Ursache für das Sterben ist auch hier wieder im Wesentlichen die Erhöhung der Wassertemperatur, die wiederum verursacht wird durch den Klimawandel. Leider befürchten die Wissenschaftler, dass eine ähnliche Entwicklung auch in anderen Regionen des gesamten Mittelmeerraumes zu erwarten ist. Albano sieht leider kaum noch Chancen, dass diese Entwicklung in ihrem jetzigen Stadium überhaupt noch einmal wieder umgekehrt werden kann. Er hofft jedoch, dass bei einem unmittelbaren, schnellen und konsequenten Wandel und einer umgehenden und extremen Reduzierung der Kohlenstoffemissionen zumindest einige andere Regionen vielleicht noch vor dem totalen Zusammenbruch gerettet werden können.

Mehr Infos: https://medienportal.univie.ac.at/presse/aktuelle-pressemeldungen/detailansicht/artikel/biodiversitaets-kollaps-im-oestlichen-mittelmeer/

14.11.2020, 15:00 Uhr, findet der nächste Dortmunder Klimadialog statt

14.11.2020, 15:00 Uhr, findet der nächste Dortmunder Klimadialog statt

Heute findet der nächste Dortmunder Klimadialog statt (online). Schwerpunkt ist dabei der Umgang mit der schwierigen Situation, dass aktuell leider das Bewusststein in der Öffentlichkeit für die Themen Klimawandel und Artensterben durch die Coronoaberichterstattung in den Hintergrund gerät. Es ist jedoch sehr wichtig, dasss diese auch weiterhin nicht in Vergessenheit geraten, denn wir alle verlieren weitere so wichtige Zeit.

Mehr Infos:

www.klimabuendnis-dortmund.de

Klimakommissar Timmermanns will die Agrarreform so nicht akzeptieren

Klimakommissar Timmermanns will die Agrarreform so nicht akzeptieren

In meinem Beitrag vom 26.10.2020 hatte ich meine große persönliche Enttäuschung zu der von Landwirtschaftsministerin Klöckner als „Meilenstein“ bezeichneten Agrarreform geäußert und stand und stehe damit natürlich nicht alleine da. So haben z.B. nahezu alle Umweltorganisationen und -verbände laut ihren Unmut geäußert. Und dabei es doch noch viel schlimmer, als es zunächst den Eindruck macht.

Denn die angebliche Reform ist nicht nur negativ für den unbedingt notwendigen Kampf gegen das Artensterben und den Klimawandel, sondern sie wird in hohem Maße durch ihre Inhalte die Landwirte/innen unmittelbar weiter erheblich schwächen, denn die bereits heute klar erkennbaren Auswirkungen allein des Klimawandels treffen schließlich jeden einzelnen von Jahr zu Jahr wirtschaftlich immer härter. Und diese Entwicklung wird sich weiter verschlechtern und durch das fortschreitende Artensterben noch einmal verschärft.

Geradezu absurd ist jedoch, dass nicht nur die so groß angekündigten „Green Deal Ziele“ der EU nicht erreicht wurden, sondern durch die Beibehaltung der alten Voraussetzungen einer Ausschüttung der Fördergelder, weiterhin ausgerichtet (fast) nur an der Größe der Betriebe, die Zerstörung kleinerer und mittlerer landwirtschaftlicher Betriebe extrem zunehmen wird. Zudem wird sich diese negative Entwicklung mit immer größerer Geschwindigkeit fortsetzen, denn:

Bereits heute erhalten nur 20% der Landwirte/innen 80% der Fördergelder. Somit ist sehr leicht vorhersehbar, wann auf der einen Seite eine marktbeherrschende Situation eintreten wird, in der dann sicher sogar weniger als 10-20% der Großbetriebe weit mehr als 90% der landwirtschaftlichen Böden besitzen wird. Was das bedeutet, ist wohl jedem klar.

Klar ist auch, dass die Auswirkungen des Klimawandels die finanziell am härtesten treffen, die kleinere Betriebe haben. Und jetzt wird es geradezu abenteuerlich, denn jedes weitere Dürrejahr schwächt gerade und mit viel größeren Auswirkungen ebenfalls nur die kleineren Betriebe. Diese werden dann schon bald aufgeben müssen. Die Folge? Sie müssen ihr Land verkaufen. An wen? An die wenigen Großbetriebe… Diese werden dann also schon bald noch größer…und erhalten dann, dank der neuen „Reform“, noch mehr Geld von der EU. Die Abwärtsspirale dreht sich somit immer schneller.

Und wenn erst nahezu alle „Kleinen“ gekauft sind, werden die großen sich dann geschickt rechtlich „zusammenschließen“ oder sich untereinander „schlucken“. Dann haben wir auch hier schon bald wieder nur eine Handvoll international strukturierter Großkonzerne, die nicht nur bestimmen was wir wann und zu welchem Preis essen werden, sondern denen nicht nur theoretisch quasi das „Land“ gehört. In Zusammenhang mit den Saatgutmonopolisten und den schon bald drohenden (landwirtschaftlichen) Datenmonopolisten sind diese Konzerne dann ein gelebter Alptraum. Dagegen ist Orwells 1984 nur eine nette Geschichte.

Die angebliche „Reform“ der Agrarminister ist ein weiterer großer Sargnagel in dem Kampf gegen das Artensterben und den Klimawandel. Aber sie ist zudem das Todesurteil für die so wichtigen kleinbäuerlichen Strukturen und mittelbar auch das Aus für nachhaltige und ökologische Landwirtschaft.

Es bleibt zu hoffen, dass sich Timmermanns durchsetzt und diesem Versuch eines Greenwashings verhindern, kann, denn selbst, wenn wir den Klimawandel und das Artensterben noch stoppen können, wird die gesamte Landwirtschaft (und die Böden!) dann bereits in ein paar Jahren zu einer weiteren reinen Spekulationsware werden, ganz in der Hand von ausschließlich nach Profit strebenden internationalen Konzernen, Fonds oder ähnlichen Strukturen. Und diese allein bestimmen dann, wie unsere Ernährung aussehen wird. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass bei diesen Überlegungen die Umwelt, die Natur oder die ökologische Nachhaltigkeit eine Rolle spielen wird. Eher im Gegenteil.

Ihr wahres Gesicht zeigte Frau Klöckner übrigens bei Ihrer digital zugespielten Rede vor dem Deutschen Bauernverband, als sie dort sagte:

„Das sind Visionen, die die Kommission ausgegeben hat. Die zum Teil, ich versuche es freundlich auszudrücken, etwas über dem Acker schweben und zum Teil nicht sehr viel mit der Realität auf dem Acker zu tun haben.“

Es bleibt zu fragen, ob ihre Realität veielleicht einfach eine andere ist. Wie gut, dass wir Menschen wie Frau Klöckner haben, die den „Green Deal“ der gesamten EU einfach mal als reine „Vision“ bezeichnet und die nicht viel mit der Realität zu tun habe, und die sich dann auch noch rühmt, dass sie uns ihre großen Einsichten sogar extra noch „freundlich“ mitgeteilt hat. Wir können also wohl von Glück reden, dass sie uns ihre Erkenntnisse nicht in aller Härte mitgeteilt hat, denn dann wäre ihr Urteil zum Green Deal sicherlich sogar noch negativer ausgefallen.

Wenn diese unhaltbare und katastrophale Agrarreform in der vorliegenden Form Bestand hat, werden wir alle verlieren. Entweder unmittelbar durch das Fortschreiten des Artensterbens und dem Klimawandel oder, wenn wir diesen Kampf gewinnen, mittelbar durch den Verlust der landwirtschaftlichen Böden, der kleinen und mittelgroßen bäuerlichen Betriebe/Strukturen und der gesamten ökologisch-nachhaltigen Bestrebungen der EU aus dem geplanten Green Deal.

Das ist die Realität.

USA ab heute nicht mehr Mitglied im Pariser Klimaabkommen

USA ab heute nicht mehr Mitglied im Pariser Klimaabkommen

Vor einem Jahr hat US-Präsident Trump den Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen erklärt. Dies muss, insbesondere bei einem Menschen wie Trump, sicherlich nicht mehr kommentiert werden. Während 2015 die USA, damals noch mit Präsident Obama als einem der wichtigsten Befürworter, noch ein wichtiger Teil der Gemeinschaft von 195 Staaten waren, die gemeinsam die Erderwärmung deutlich unter 2 Grad (Ziel 1,5) begrenzen wollten, konnte man von einem Menschen wie Trump nach seinem Amtsantritt nichts Anderes erwarten, als den Austritt aus rein wirtschaftlichen Gründen. Noch heute behauptet er ja u.a. auch, dass der Klimawandel gar nicht existiere und, dass alles nur eine Erfindung der Chinesen sei. Es überrascht sicherlich keinen mehr, dass Trump sogar tausende Wissenschaftler weltweit mit seiner Weisheit beglückt und so vor einigen Wochen uns allen verheißungsvoll mitteilte, dass es nun „bald wieder kälter“ werde. 

Die Auswirkungen des Austritts waren zunächst einmal nicht so folgenreich wie befürchtet und selbst in den USA haben sich viele Staaten und Teile der Wirtschaft trotzdem weiterhin an das Abkommen gehalten und so im Ergebnis zumindest zu einigen positiven Effekten geführt. Dennoch: Beim Abschluss des Abkommens hatten die USA sich noch dazu verpflichtet, den Ausstoß an Treibhausgasen bis zum Jahr 2025 zwischen 26 und 28% zu senken (zu dem Stand 2005) und das wird nun wohl nicht mehr zu erreichen sein. Und da die USA weiterhin der zweitgrößte Verursacher ist, müssen die anderen Staaten und deren Wirtschaft nun zur Erreichung des Zieles noch mehr tun. Und Geld spart die USA auch noch, denn Geld muss sie hier nun nicht mehr für den internationalen Klimaschutz zur Verfügung stellen. Die eigene Wirtschaft muss weniger für den Klimaschutz ausgeben und investieren, die anderen Staaten dafür umso mehr, was deren Wettbewerbsfähigkeit schwächt und zu allem Überfluss muss die Staatengemeinschaft die Gelder der USA ebenfalls noch zusätzlich aufbringen. Stärkung der eigenen Wirtschaft allein auf Kosten der anderen Staaten und dennoch immer auch Nutznießer der Maßnahmen der anderen, denn positive Auswirkungen auf das Klima treffen auch die USA.

Genau solche Denkweisen haben unsere Umwelt krank gemacht. So krank, dass keiner mehr mit Sicherheit vorhersagen möchte, dass wir überhaupt noch eine Heilung schaffen. Wenn aber einer der größten Klimagas-Emittenten aussteigt, dadurch unmittelbar alle anderen Staaten wirtschaftlich schwächt, die eigene auf deren Kosten stärkt und sich aus allem einfach verabschiedet, wird es zumindest langfristig schwierig, auch andere Staaten von dem Dabeibleiben zu überzeugen.

Da heute klar zu werden scheint, dass die Präsidentschaftswahlen sogar noch zu einer Zitterpartie werden wird, bei der Trump aber wie gewohnt erneut einfach das behauptet und macht, was er meint, bleibt im Ergebnis nur zu hoffen, dass Biden am Ende gewinnen wird.

ABER: Selbst dann wird es sehr schwierig, denn zwar kann er schnell und einfach wieder dem Abkommen beitreten, aber er müsste dann im eigenen Land viele Umweltgesetze wieder ändern und das dauert wieder sehr viel Zeit.

Selbst wenn Biden gewinnt, wird das in Bezug auf den Klimaschutz und das Artenstreben völlig sinnlose und für die gesamte Welt gefährliche Handeln des Präsidenten Trump noch Jahre erhebliche negative Auswirkungen haben.

Jahre, die wir jedoch dringend brauchen, um endlich den erforderlichen echten Wandel zu ermöglichen.

Jahre, die wir vielleicht schon jetzt nicht haben könnten.

EU-Agrarminister scheitern erneut

EU-Agrarminister scheitern erneut

Die EU hat bekannt gegeben, dass sie unter der Leitung der deutschen Landwirtschaftsministerin Klöckner ein Ergebnis für die Verteilung der Fördergelder im Agrarbereich gefunden habe. Obwohl die EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen vor nur wenigen Wochen in vollmundigen Worten den Wechsel der EU hin zu einem „echten Green Deal“ bekanntgegeben hat, ist davon schon jetzt praktisch (und wieder einmal) nichts mehr übrig geblieben. Sollte so nach den großen Ankündigungen bis 2030 erreicht werden, dass 50% weniger Pestizide und mindestens 20% weniger Düngemittel eingesetzt werden und der ökologische Anbau einen Anteil von 25% haben solle, ist davon keine Rede mehr. Und das Schlimmste kommt noch:

Von den fast 380 Mrd. EUR EU-Fördermittel für den Agrarbereich sollen bis 2027 weiterhin 80% eine reine Flächenprämie bleiben. Einzig 20% sollen an Umweltleistungen geknüpft werden (und selbst das ist nicht eindeutig)

Es macht den Anschein, dass in Brüssel entweder die weltweiten Informationen über den Klimawandel, das Artensterben und den längst notwendigen Systemwandel in der Land- und Tierwirtschaft nicht angekommen sind, nicht verstanden werden (wollen) oder aber weiterhin nur die großen Grundbesitzer „zu sagen haben“, was für uns alle „besser“ ist. Immer weniger von diesen besitzen immer mehr Land und die meisten sind nicht einmal mehr Landwirte/innen.

Die Vereinbarung gilt bis 2027. Spätestens dann werden wir wahrscheinlich weitere 50% oder sogar noch mehr von den bäuerlichen Betrieben in Deutschland verloren haben, denn schon in der Zeit von 1999 bis 2016 hatte sich die Zahl der Betriebe bereits von ca. 470.000 auf rund 275.000 reduziert. (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Wobei man sich auch die Frage stellen kann, ob wir aufgrund des Klimawandels in 7 Jahren überhaupt noch eine Landwirtschaft, wie wir sie heute kennen, haben werden. Sehr wahrscheinlich nicht.  

Also weitere 7 Jahre ohne die absolut wichtigen Änderungen im gesamten Agrarsystem vorzunehmen. Stattdessen machen wir einfach weiter wie bisher. Und verkauft wird das auch noch als Erfolg.

Eine weitere Bankrotterklärung und eine Katastrophe für unsere Welt in der weiterhin wohl nur die wirtschaftlichen Interessen zählen, selbst dann sogar noch, wenn die gesamte Menschheit vor dem sicheren Klimacrash steht.

Wir steuern schon heute mit zu hoher Geschwindigkeit direkt auf die Mauer zu und was machen die Agrarminister der EU? Sie geben einfach noch mehr Gas.