Prognose für die Erntebilanz 2021 fällt mager aus

Prognose für die Erntebilanz 2021 fällt mager aus

Der Bauernverband hat erste Prognosen und (noch vorläufige) Ergebnisse für die Ernte in diesem Jahr veröffentlicht. Nach 3 Jahren mit zum Teil extremer Dürreperioden, waren es in diesem Jahr zahlreiche Starkregen und Hagelfälle, die der Landwirtschaft schwer zu schaffen machten und deutlich zeigten, dass insbesondere die Landwirtschaft den immer schlimmeren Wetterbedingungen so gut wie schutzlos ausgeliefert ist.

Der DBV geht in diesem Jahr von einer eher unterdurchschnittlichen Ernte aus: Eine halbe Millionen Tonnen weniger Getreide. Das ist zum Vorjahr ein Rückgang von 2% und zum Durchschnitt der letzten 5 Jahre sogar ein solcher von 4,7%.

Es bedarf keiner Kommentierung, dass auch der DBV die ganz wesentlichen Ursachen für die an Häufigkeit und Stärke zunehmenden Wetterextreme im Klimawandel sieht und die zum Teil katastrophalen Auswirkungen heute praktisch in der gesamten Landwirtschaft zu spüren sind.

Die große Nachfrage und die durch die Ausfälle entstandenen Einschränkungen auf der Angebotseite hätten aber andererseits zu einer zum Teil sogar deutlichen Preissteigerung geführt, die damit im Ergebnis einen positiven Effekt auf die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe habe. Andererseits zeigt dies den Verbraucher:innen, was bald normal sein wird: Geringere Ernten und allgemein steigende Preise.

Passend zu diesen Ergebnissen hatte das Bundeslandwirtschaftsministerium (BLW) fast zeitgleich die „Ackerbaustrategie 2035“ vorgelegt. Eines der wichtigsten Ziele dabei ist das Erreichen einer größeren Vielfalt beim Pflanzenanbau. Dies soll u.a. erreicht werden durch einen häufigeren und konsequenteren Wechsel der Pflanzenarten. Das BLW will zudem stärker den Aufbau von Humus fördern.

Es verwundert nicht, dass das Ministerium dabei u.a. weiterhin auf die „Digitalisierung“ als eines der wichtigsten Werkzeuge setzt. Was damit aber genau bei dem Projekt gemeint ist, bleibt aber weiterhin leider eher unbestimmt.

Wie zu erfahren war, kam prompt die Kritik, u.a. vom Naturschutzbund NABU. Nach Ansicht der Umweltschützer lassen die nur einzelnen Maßnahmenvorschläge noch immer ein echtes strategisches und besonders ein auch die Umweltbelange wirklich berücksichtigendes Vorgehen vermissen. 

Es ist Wahljahr und die neue Regierung wird schnell prüfen und entscheiden müssen, welche Maßnahmen hier nun wirklich und insbesondere zeitnah umgesetzt werden müssen.  

https://www.bauernverband.de/presse-medien/pressemitteilungen/pressemitteilung/bauernverband-erntebilanz-2021

Zwei neue spannende Berichte des BMEL

Zwei neue spannende Berichte des BMEL

Die „Zukunftskommission Landwirtschaft“ hat am 29. Juni 2021 ihren Abschlussbericht vorgelegt. Der Kommission mit ihrem Vorsitzenden, Prof. Dr. Peter Strohschneider, gehören heute 31 Mitglieder aus den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt- und Tierschutz, Wirtschaft und Verbraucher sowie der Wissenschaft an.

Ein wirklich spannender und umfassender Bericht:

https://www.bmu.de/download/abschlussbericht-der-zukunftskommission-landwirtschaft

Interessant auch die gerade veröffentlichten Empfehlungen der Zukunftskommission Landwirtschaft:

https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Landwirtschaft/abschlussbericht-zukunftskommission-landwirtschaft.html

Jetzt nur noch 3 Jahre…neue Daten des Weltklimaberichts zeigen immer mehr erschreckende Szenarien auf!

Jetzt nur noch 3 Jahre…neue Daten des Weltklimaberichts zeigen immer mehr erschreckende Szenarien auf!

Neue bekanntgewordene Zahlen des neuen Weltklimaberichts zeigen auf, dass bei weiter steigenden Treibhausgasemissionen selbst das 2 Grad Ziel bereits in 3 (!) Jahren nicht mehr erreicht werden könnte. Die schon angedrohte Korrektur des möglichen Zeitrahmens auf 2030 erfährt so einen weitere – zu erwartende – extreme Verschärfung.

Zwei Dinge werden immer deutlicher:

  1. Das Ziel, die Erderwärmung nur auf 1,5 Grad zu beschränken, ist wohl offenkundig nicht mehr erreichbar. Im Gegenteil. Wir werden viel früher eine sogar noch größere Erwärmung erreichen.
  2. Der Zeitrahmen, bis diese Zahlen erreicht werden, wird immer weiter nach vorne „verlegt“.

Man muss daher davon ausgehen, dass wir den Kampf, so wie er heute noch in der Öffentlichkeit als mögliche Maßnahme kommuniziert wird, längt verloren haben. Wir müssen nun schneller stärkere Maßnahmen umsetzen, sonst werden wir uns nur noch mit den katastrophalen Folgen auseinandersetzen können.

Besonders traurig:

Insbesondere die Agrawirtschaft wird gerügt, da u.a. das 20 bzw. bis 300 -fach stärker wirkende Methan und Lachgas nicht nur weiterhin in viel zu hohem Maße verwendet, sondern auch in viele Strategien nicht ausreichend, oder sogar gar nicht berücksichtigt wird. Warum dieses fehlende Berücksichtigen? Nur ein Versehen?

Aber auch wir müssen endlich unsere Ernährung, unseren Umgang mit Lebensmitteln ändern und insbesondere unseren Fleischkonsum drastisch einschränken. Denn wir sind es, die die Landwirtschaft in vielen Bereichen nahezu dazu nötigt, die Böden weiter auszubeuten und zu zerstören und mit Pestiziden verseuchte Monokulturen geradezu zu provozieren. Von den ganzen mittelbaren Wirkungen, u.a. durch den absurden Wasser- und Engergieverbrauch ganz zu schweigen.

Wir alle sind gefordert und sollten endlich handeln und aufhören immer nur die Schuld bei anderen zu suchen oder mit dem falschen Argument, dass, wenn nur wir etwas machen, es sowieso nichts hilft, einfach weiterzumachen wie bisher.

Die Verantwortung liegt bei jedem einzelnen von uns.

Bei jedem!

Neuer erschreckender Bericht des Weltklimarates liegt vor!

Neuer erschreckender Bericht des Weltklimarates liegt vor!

Der Weltklimarat hat in der letzten Woche seinen neuesten Bericht vorgelegt und die Ergebnisse sind schockierend!

Die Prognosen sind schlecht. Sehr schlecht. Eigentlich keine Überraschungen, wenn man sich nur einmal die aktuellen Entwicklungen ansieht, die wir gerade täglich in den Nachrichten weltweit sehen. Nicht für möglich gehaltene Hitzrekorde und verherrende Waldbrände u.a. im gesamten Mittelmmeerraum und immer neue geradezu absurd erscheinende „Hitze-Rekorde“. Auf der anderen Seite und vielleicht sogar nur wenige 100 Kilometer entfernt dann Überschwemmungen und Extremwetterereignisse in allen Ausprägungen.

Fakt ist (und auch das ist nicht neu!), dass unsere bisherigen Bemühungen ganz klar nicht ausreichen werden. Im Gegenteil: Bereits 2030 werden wir nun wohl schon die Erwärmung um 1,5 Grad erreicht haben, und damit noch einmal zehn (!) Jahre früher, als es noch vor gar nicht allzu langer Zeit vorhergesehen wurde. Und seinen wir ehrlich: Dieses Datum wird in den nächsten Jahren noch weiter nach vorne korrigiert werden, daran bestehen keine Zweifel.

Es stellt sich immer mehr die Frage, ob wir den Kampf nicht wirklich schon längst verloren haben und nun „nur noch“ versuchen können, mit den ganzen weltweiten Katastrophen „irgendwie zu überleben“.

Allein die Flutkatastrophe in einigen wenigen Teilen Deutschlands wird wohl mehr als 30 Mrd. EUR kosten. Diese Zahl macht deutlich, welche unvorstellbaren Kosten auf die Menschen weltweit zukommen werden, wenn die klar sichtbare Klimaentwicklung sich weiter so entwickeln wird, wie es heute schon praktisch überall zu sehen ist.

Besonders die zunehmende Häufigkeit der „Wetter-Jahrhundertereignisse“ macht Angst und der heute nun schon prognostizierte Anstieg des Meeresspiegels um bis zu 62 (!) cm und der klar erkennbare Zusammenbruch der Atlantischen Umwälzströmung (AMOC) , inkl. des damit dann auch zusammenbrechenden Golfstroms, lassen Bilder entstehen, deren Inhalte selbst in Hollywood Blockbustern unmöglich erscheinen.

Fakt ist auch, dass dieser Wandel von uns Menschen verursacht wurde und die CO2 Konzentration in der Atmosphäre höher ist als zu jedem anderen Zeitpunkt der letzten 2 Millionen Jahre!

Interessant an dem Bericht ist die Darstellung der regionalen Auswirkungen weltweit, die man sich individuell ansehen kann (interaktiver Atlas).

insbesondere die Landwirtschaft wird sich daher sofort auf erhebliche Auswirkungen einstellen müssen, in deren Rahmen immer neue und schlimere Hitze- und Dürreperioden und extreme Regenmengen in kürzeren Zeiträumen möglich sind. Eine Landwirtschaft mit vorhersehbaren und halbwegs sicheren Zeitpunkten in Bezug auf Saat und Ernte wird es wohl nicht mehr geben.

Die Herausforderungen nehmen also immer mehr zu und alle sind hier gefordert endlich konsequent zu handeln.

Der IPCC lässt zumindest eine kleine hoffnung zu, denn nach den Prognosen könnten wir bei einer wirklich sofortigen drastischen Reduzierung der Emmissionen und eine solche auf auf Null bis spätestens 2050 die Erderwärmung auf 1,5 Grad beschränken. Aber wer will diese Handlungen vorschlagen und dann auch durchführen?

Man sollte und darf die Hoffnung nicht aufgeben, dennoch erscheint dies alle aber so gut wie nicht mehr erreichbar, denn echte Maßnahmen sind doch nicht einmal in Sicht. Der Wahlkampf in Deutschland macht deutlich, dass auch bei uns die reinen wirtschaftlichen Interessen weiterhin im Vordergrund stehen. Wenn z.B. der Kanzlerkandiat der CDU sagt, dass er zwar Klimaschutz wolle, aber nicht um jeden Preis, dann zeigt dies deutlich, dass hier in großen Teilen der Politik trotz der ganzen klaren Fakten weiterhin am alten System festgehalten wird. Statt endlich aufzuwachen, rasen wir mit zunehmender Geschwindigkeit auf die Wand zu.

Je länger wir warten, destro drastischer und einschneidender werden die Maßnahmen.

https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg1/

EU will „grüne Anleihen“ schaffen

EU will „grüne Anleihen“ schaffen

Die EU-Kommission hat gestern eine neue Strategie vorgelegt, um durch diese praktisch große Tiele des gesamten Finanzsystem der EU „nachhaltiger zu gestalten“. Sie schlägt dazu u.a. einen neuen europäischen Standard für sog. „grüne Anleihen“ vor.

Valdis Dombrovskis machte auch deutlich, warum hier solche neue Strategieen erforderlich sind: Die Kommission gehe bereits heute davon aus, dass bis 2030 allein in der EU jährlich rund 480 Milliarden Euro zusätzlicher Investitionen notwendig sein werden.

Und da selbst die Mitgliedsstaaten der EU gemeinsam mit dieser diese unglaublichen Summen schlichtweg nicht aufbringen können, soll nun ein System möglicher grüner Anleihen etabliert werden, das dann von der EU aktiv gefördert werden soll. Um die von der Kommission sehr offen angesprochene Gefahr eines weiteren „Greenwashings“ entgegenzuwirken, sollen klare Standards festgelegt und Kontrollmechanismen eingesetzt werden.

Eine gute Idee, die aber mittelbar auch unglaublich Ansgt macht, denn die Zahlen sind so hoch, dass man sich doch einfach fragen muss, was geschieht, wenn diese Mittel durch diese Startegie nicht erreicht werden können.

Bei diesen unglaublich hohen Zahlen sind selbst geringste Abwichungen von den selbst gesteckten Zielen mit finanziellen Beträgen verbunden, die dann wohl überhaupt nicht mehr erreicht werden können. Wie auch?

Und was das für den Kampf gegen den Klimawandel und das Artensterben bedeutet, sehen wir alle schon heute.

Es wäre daher schön, wenn die EU hier einen „Plan B“ hätte, denn eigentlich muss sie diesen haben, bei den von Ihr selbst ermittelten Zahlen, oder?

Oder noch provokanter ausgedrückt:

Ist dies nicht schon „der Einstieg in den Ausstieg“ und in eine Entschuldigung (oder Gewissheit?), dass wir uns, wenn wir ehrlich sind, den Kampf gegen den Klimawandel und das Artensterben doch eigentlich schon heute erkennbar gar nicht leisten können?

https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_21_3405

Das Bundesumweltministerium veröffentlicht ein Fünf-Punkte-Programm für „umweltgerechte und gemeinwohlorientierte KI-Entwicklung und Anwendung“

Das Bundesumweltministerium veröffentlicht ein Fünf-Punkte-Programm für „umweltgerechte und gemeinwohlorientierte KI-Entwicklung und Anwendung“

Kaum eine staatliche EInrichtung, gleich auf welcher Ebene, hat bislang auch nur ansatzweise eine nachvollziehbare, sinnvolle und funktionierende Digitalisierung zustande gebracht und die Corona Pandemie hat diese ganzen Defizite und nicht erfüllten Anforderungen gnadenlos offen gelegt. Und was tun wir jetzt? Na, ganz einfach: Wir rufen noch lauter nach dem nächsten Wunderwerkzeug: Die KI!

Es ist erstaunlich, in welcher Art und Weise hier von Dingen gesprochen wird, bei denen anscheinend nicht einmal die Grundlagen wirklich verstanden wurden, aber deren unglaublich und zwingenden positiven Wirkungen schon feststehen. Allein die wieder mal typisch politische Wunsch-Semantik zeigt, dass versucht wird, sich mit weiteren tollen Schlagworten der (nächsten) vermeindlich „Technik“ in den Lichtstrahl des „Zukunftsdenkenden“ mit hieneinzustellen.

Viele Worthülsen und keine erkennbaren Maßnahmen. Immerhin wird aber die KI zumindest energietechnisch ansatzweise einer kritischen Betrachtung unterzogen. Die Warnungen weltweit führender Forscher in Bezug auf den bereits grundsätzlichen EInsatz der KI werden nicht einmal erwähnt. Hier mal ein kleines Zitat mit Quelle zum kurzen ersten Einlesen in dieses extrem komplexe Thema:

„Wenn führende Forscher und Entwickler ein Moratorium für die Weiterentwicklung künstlicher Intelligenz (KI) fordern, ist das nicht der übliche Alarmismus. So veröffentlichte eine Projektgruppe solcher Fachleute eine Arbeit mit dem Titel „The Malicious Use of Artificial Intelligence“ („Bösartige Nutzungen Künstlicher Intelligenz“). Zu der Gruppe gehören unter anderen die Universitäten Stanford, Yale, Oxford und Tohoku sowie Entwickler von Microsoft, Google und dessen Tochterfirma, des momentan führenden KI-Unternehmens DeepMind.“

Quelle: https://www.sueddeutsche.de/digital/technologie-fuehrende-forscher-warnen-vor-kuenstlicher-intelligenz-1.3878669

Also: 150 (!) Mio EUR Investitionen in eine Branche, die mittlerweile jeden Morgen aufsteht und sich der ganzen Gelder aus allen Bereichen gar nicht mehr erwehren kann.

Zitat der Bundesumweltministerium Svenja Schulze:

„Künstliche Intelligenz wird bislang noch kaum mit Klimaschutz in Verbindung gebracht – zu Unrecht. Mit KI können wir, einfach gesagt, große Datenmengen analysieren und so Muster, Trends und Fehler erkennen und vorhersagen. Was abstrakt klingen mag, nützt der Umwelt auf ganz konkrete Weise: bei der Umstellung unserer Energieversorgung auf Sonnen- und Windkraft zum Beispiel. Oder der besseren Vorhersage von Umweltkatastrophen. Gleichzeitig darf eine Technologieentwicklung nie zum Selbstzweck werden, sie muss sich vielmehr am Gemeinwohl ausrichten. Dies wollen wir durch unsere Förderpolitik sicherstellen. Hierbei gilt es, gerade auch ökologische Schattenseiten der KI in den Blick zu nehmen. Denn nicht nur die Milliarden von Berechnungen auf Hochleistungsprozessoren, die den KI-Systemen ihre beeindruckenden Fähigkeiten verleihen, verschlingen viel Energie, gleiches gilt auch für den Transport und die Speicherung der riesigen Datenmengen.“

Quelle: https://www.bmu.de/pressemitteilung/schulze-kuenstliche-intelligenz-fuer-umwelt-und-klima-besser-nutzen/

Einfach mal laut vorlesen…Dem ist wohl kaum noch etwas hinzuzufügen…

Also: Nun haben wir endlich DIE Lösung für die Probleme der Welt: Digitalisierung UND KI!

Tipp an die Wirtschaft und alle Teilen in der Gesellschaft: Bitte ab sofort nicht mehr nur lautstark nach „der Digitalisieung“ schreien, sondern gleich noch die KI mit daranhängen! Das klingt doch noch besser, oder?

Jetzt ist doch alles klar! Warum sind wir da eigentlich nicht schon früher drauf gekommen?

HIer die 5 Punkte:

https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Digitalisierung/factsheet_ki_bf.pdf

Ein Tipp für eine nähere Beschäftigung mit den Risiken bei einem Einsatz von KI (hier im Finanzbereich):

https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Meldung/2021/meldung_210615_Prinzipienpapier_BD_KI.html