Was bedeutet eigentlich „Adaptation“ beim Kampf gegen den Klimawandel?

Was bedeutet eigentlich „Adaptation“ beim Kampf gegen den Klimawandel?

Der Kampf gegen den Klimawandel und das Artensterben zeigt deutlich, dass wir heute nahezu alle Bereiche des täglichen Lebens hinterfragen und in aller Regel den neuen Gegebenheiten und Anforderungen, entstanden durch den Klimawandel und seinen Folgen, durch neue Verfahren, Prozesse und Strategien kontinuierlich anpassen müssen.

Immer wieder liest man in diesem Zusammenhang von einer sog. Adaptation. Im Bereich der Klimapolitik wird der Begriff zudem meist im Zusammenhang mit der Mitigation (Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen) genannt. Aber was meint der Begriff hier in diesem Kontext überhaupt?

Unter einer Adaptation versteht zunächst einmal nur eine „Anpassung“. Wenn man sich dann aber die Verwendung des Begriffs in der Wissenschaft genauer ansieht, erkennt man, dass damit doch viel mehr gemeint ist. So ist darunter u.a. ein echtes strategisches Handeln gegenüber entweder bereits bestehenden oder drohenden Veränderungen zu verstehen. Im Kampf gegen den Klimawandel sind das z.B. alle Ansätze, die die bereits bestehenden Klimaveränderungen erkennen und darauf basierend neue Prozesse und Verfahren entwickeln, wie man diesen entgegentreten und die weitere Verbreitung oder Verschlechterung wieder rückgängig, stoppen oder zumindest deren Auswirkungen mildern kann.

Die Bundesregierung hatte so z.B. bereits im Dezember 2008 die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) beschlossen. Im Jahr 2011 folgte dann der Aktionsplan Anpassung (APA), der Schritte zur Weiterentwicklung und Umsetzung der DAS festlegte.

Im Jahr 2015 wurde ein Fortschrittsbericht zur Strategieumsetzung veröffentlicht. Auch viele Bundesländer haben bereits eigene Anpassungsstrategien ausgearbeitet. Eine europäische Anpassungsstrategie wird seit 2013 umgesetzt.

(Quelle:https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimafolgen-anpassung/anpassung-an-den-klimawandel-0#wer-muss-sich-an-den-klimawandel-anpassen)

Aber:

Wie immer, sind es aber die Taten, das Handeln, das wichtig ist und nicht deren Bezeichnung.

Weitere Infos:

https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimafolgen-anpassung/anpassung-an-den-klimawandel-0#wer-muss-sich-an-den-klimawandel-anpassen

Neujahrsgruß

Neujahrsgruß

Das Jahr 2020 geht zu Ende. Es war wirklich in jeder Hinsicht ein sehr ungewöhnliches und leider auch mehr als nur unerfreuliches Jahr.

Trotz oder gerade wegen der ganzen Umstände, sollten wir die Zuversicht und den Mut nicht verlieren, dass wir gemeinsam die Lebensumstände wieder zum positiven verändern können.

Vielleicht hat dieses Jahr aber auch etwas Gutes gehabt. Wir konnten Verhaltensweisen, Wünsche und Ziele offen und ehrlich hinterfragen und neben den ganzen Auswirkungen dieser schlimmen Pandemie das sehen, was wieder möglich sein kann und möglich sein wird.

Einiges wird nie mehr so sein, wie vor der Pandemie, aber das muss nicht immer schlecht sein, denn wir alle konnten uns in den letzten Monaten fragen, ob wir noch das richtige Maß im Leben hatten und wo wir dieses in der Zukunft sehen werden. Schnell wieder so weitermachen wie vorher? Noch mehr von allem, weil man ja auf viel verzichtet und nun „aufzuholen“ hat? Wenn wir so denken, werden wir aus dieser Zeit nichts gelernt haben und als Verlierer hervorgehen.

Dieses Jahr kann für uns alle das Jahr der Erneuerungen werden und es liegt an jedem Einzelnen zu entscheiden, was für ihn wirklich wichtig ist.

2021 ist eine Chance und der endgültige Anfang einer ganz neuen Zeit.

Ich wünsche Ihnen allen ein wunderbares neues Jahr!

Ihr

Claus Volke

Ein Neujahrsgruß von Marie-Luise Hinrichs

Ein musikalischer Weihnachtsgruß

Ein musikalischer Weihnachtsgruß

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien von ganzem Herzen ein frohes und besinnliches Fest mit viel guter Musik. Hoffentlich finden Sie in diesen schweren Zeiten ein wenig Ruhe zur Besinnung. Zur Einstimmung zum Fest ein musikalischer Gruß von der wunderbaren Kölner Pianistin Marie-Luise Hinrichs:

Weihnachtsgrüße 2020

Weihnachtsgrüße 2020

Liebe Bio-Freunde und -Freundinnen,

das Jahr 2020 war ein in jeder Hinsicht außergewöhnliches Jahr. Leider keines, das wir positiv in Erinnerung behalten werden. Viele Menschen sind weltweit gestorben und die Pandemie hält die Welt weiterhin Atemn. Viele haben ihren Job verloren und nicht wenige Unternehmen stecken in der Krise. Einige Branchen wird es wahrscheinlich nie wieder in der Form geben, wie wir sie bis zum Beginn der Pandemie kannten. Einige werden vielleicht sogar für immer verschwinden. Die Belastungen der Menschen durch die ständigen Unsicherheiten und die immer neuen und meist ungewissen Maßnahmen sind extrem gestiegen. Vielen Menschen fühlen sind psychisch und physisch krank.

Die gesamte Bio-Branche wurde von der Pandemie und deren unmittelbaren und mittelbaren Folgen schwer getroffen, nicht wenige sind in ihrer Existenz bedroht. Unsere Gesellschaft hat hier schon viel verloren und viele Menschen, Betriebe und Höfe haben sehr gelitten und leiden noch immer. Und noch immer erkennen das die meisten Politiker*innen nicht an. Die Landwirtschaft wird noch immer nicht in dem Maße wertgeschätzt, wie es sein sollte, wie es sein muss!

Durch die Pandemie sind leider auch die so wichtigen Themen, wie der unbedingt weiter zu führenden Kampf gegen den Klimawandel und das Artensterben aus dem Fokus der Öffentlichkeit herausgedrängt worden. Wir verlieren hier täglich wertvolle Zeit, Zeit, die wir schon länger nicht mehr haben,

Es ist traurig, dass die Menschheit selbst nicht einmal mit einem bis März dieses Jahres weltweit unvorstellbaren Lockdowns des größten Teils der Wirtschaft nicht die Klimaziele einhalten kann.

Wenn wir es selbst damit nicht mehr schaffen, was soll uns dann überhaupt noch helfen?

Die Poltik ist weiterhin praktisch untätig und die wenigen Ergebnisse sind bei genauerer Betrachtung wieder nur ein Zeichen des eigenen Scheiterns. So sind z.B. die neuen Richtlinien zur Vergabe der EU-Fördergelder in der Agrarwirtschaft für jeden ofennkundig (und weiterhin) der falsche Weg und weitere „Bemühungen“ der Politik werden schnell als bloße Beruhigung entlarvt.

„Ziele“ werden heute gerne auf Zeitpunkte verschoben, die so weit entfernt in der Zukunft liegen, dass man sie auch mit viel Wohlwollen nur noch als völlig sinnlose Ankündigungen verstehen kann. Machen wir uns nichts vor: Die Politik hat beim Kampf gegen den Klimawandel und das Artensterben auch in diesem Jahr leider wieder völlig versagt.

Wir verlieren täglich wertvolle Zeit im Kampf gegen den Klimawandel, die Umweltzerstörung und das weiter voranschreitende Artensterben. Und was unternimmt die Politik? Praktisch so gut wie nichts. Und dabei wissen wir alle, dass die immer mehr zunehmenden und erkennbaren Folgen des Klimawandels uns weltweit weit mehr abfordern wird, als es die Pandemie jemals getan hat. Bekommen wir schon diese nicht in den Griff, werden wir bei den großen Aufgaben scheitern.

Die Welt lässt nicht mit sich verhandeln, es gibt keinen „einen“ Impfstoff und die Maßnahmen, die wir einleiten müssen, um mit den Folgen der Klimakatastrophe weiter leben zu können. Dann werden wir alle rückwirkend die heutigen Beschränkungen, die aus der Pandemie erwachsen sind, als einen Abklatsch echter Einschränkungen sehen. Wir werden uns vielleicht schon bald nach den Einschränkungen durch die heutigen Beschränkungen zurücksehnen.

Ein weiteres Jahr, in dem wir versagt haben und das dazu führen wird, dass wir im nächsten Jahr unsere Bemühungen noch weiter steigern müssen. Die Bio-Branche muss hier weiterhin eine Vorbild- und Vorreiterrolle einnehmen.

Sie kann es. Noch.  

Ich wünsche Ihnen wunderschöne Feiertage, ein ruhiges und friedvolles Fest im Rahmen der Familie und ein gutes neues Jahr. 

Ihr

Claus Volke

Wichtige und interessante Rubrik „Feldfrüchte und Grünland“ beim Statistischen Bundesamt

Wichtige und interessante Rubrik „Feldfrüchte und Grünland“ beim Statistischen Bundesamt

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden hält im Rahmen seiner umfangeichen Untersuchungsergebnisse einen Bereich vor, der gerade für Bio-Höfe und -Betriebe sehr interessant ist. Ein paar der Rubriken möchte ich hier gerne kurz vorstellen.

Feldfrüchte und Grünland

Unter der Rubrik: „Feldfrüchte und Grünland“ werden aktuelle statistische Erhebungen und deren Ergebnisse zu den Fragen der Anbauflächen, der Hektarerträge und der Erntemengen ausgewählter Anbaukulturen im Zeitvergleich dargestellt und beantwortet.

https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-Forstwirtschaft-Fischerei/Feldfruechte-Gruenland/Tabellen/liste-feldfruechte-zeitreihe.html

Hier weitere interesssante Rubriken:

Landwirtschaftliche Betriebe

https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-Forstwirtschaft-Fischerei/Landwirtschaftliche-Betriebe/_inhalt.html;jsessionid=4B3707582320D6DED35D15DF33EDFE10.internet8712

Tiere und tierische Erzeugung

https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-Forstwirtschaft-Fischerei/Tiere-Tierische-Erzeugung/_inhalt.html;jsessionid=4B3707582320D6DED35D15DF33EDFE10.internet8712

Obst, Gemüse und Gartenbau

https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-Forstwirtschaft-Fischerei/Obst-Gemuese-Gartenbau/_inhalt.html;jsessionid=4B3707582320D6DED35D15DF33EDFE10.internet8712

Flächennutzung

https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-Forstwirtschaft-Fischerei/Flaechennutzung/_inhalt.html;jsessionid=4B3707582320D6DED35D15DF33EDFE10.internet8712

Kommunen zahlen 120 Mio. EUR allein für die Entsorgung von Plastik-Kaffeebecher. Jedes Jahr!

Kommunen zahlen 120 Mio. EUR allein für die Entsorgung von Plastik-Kaffeebecher. Jedes Jahr!

Ich hatte in meinem Post vom  27.10.2020 https://www.bio-kanzlei.de/?p=203 schon etwas darüber geschrieben, wie viele der sog. „To-Go-Kaffeebecher“ wir pro Jahr in Deutschland verbrauchen und wie viele Tonnen Müll allein das erzeugt.

„So hat z.B. bereits 2019 hat die Deutsche Umwelthilfe bekanntgegeben, dass allein in Deutschland 2,8 Milliarden Einwegkaffeebecher verbraucht wurden. Das sind allein schon 40.000 Tonnen Müll.…“

Der Verband der Kommunalen Unternehmen hat die Kosten ermittelt, die die Gemeinden allein für die Entsorgung dieser Plastikbecher aufbringen muss: Unvorstellbare 120 Mio. EUR. Jedes Jahr, Tendenz steigend.

Um es klarer zu sagen:

Aus reiner (übertriebener?) Bequemlichkeit und wohl einer Neigung, das Trinken eines Warmgetränks unterwegs für trendy oder cool zu halten, produzieren wir also allein aus diesem Grund in Deutschland pro Jahr 40.000 Tonnen Müll und verursachen 120 Mio EUR Gebühren für deren Entsorgung. Das ist ein echter Wahnsinn.

Und mal ehrlich:

Würden wir wirklich auf etwas verzichten müssen, wenn wir dieses Verhalten mal überdenken würden? Ich denke nicht, denn zum einen muss man nicht immer unterwegs etwas trinken und wenn doch, kann man hier wiederverwendbare (und meist verschließbare) Becher nehmen. Ja, es wird auch Situationen geben, z.B. wenn man wirklich den ganzen Tag unterwegs ist, dass man einmal einen heißen Kaffee oder Tee in der To-Go Form schätzt. Das sind aber wohl die wenigsten Fälle, oder?

Aber auch für solche Fälle könnte man sich angewöhnen regelmäßig einen entsprechenden Becher mitzunehmen. Heute ist es schließlich völlig normal, dass bereits junge Menschen nahezu immer eine wiederverwendbare Trinkflasche mit dabei haben. Wenn wir nun alle zusätzlich einen solchen Becher mitführen würden, könnten diese unglaublichen Müllwerte in sehr hohem Maße eingespart werden. Und das alle wieder einmal, ohne dass wir wirklich auf etwas verzichten müssten, oder?

Es ist eigentlich auch hier wieder so einfach: Wenn wir alle nur allein ein paar unserer Verhaltensweisen hinterfragen und einen kleinen Anteil ändern oder anpassen, sind durch die Masse unglaublich große Änderungen möglich.

Ich trinke sehr selten Kaffee unterwegs, dann aber in dem Ladenlokal in entsprechenden „echten“ Tassen. Ich mag z.B. die Tradition und Kaffeekultur in Frankreich und besonders in Italien. Auf dem Weg zur Arbeit trifft man sich kurz und schnell auf einen kleinen Espresso in der „Bar“, plaudert ein wenig, tausch die wichtigsten Nachrichten aus und geht dann gestärkt zu Arbeit.

Wenn ich weiß, dass ich längere Zeit unterwegs bin, habe ich mir schon vor Jahren angewöhnt, mir meinen Tee oder Espresso (diesen in einer sehr kleinen Isolierkanne :-)) mitzunehmen. Und bei Vorträgen und Vorlesungen fragt heute bei mir gar keiner mehr, ob ich was trinken wolle. Sie kennen mich als den Menschen mit der Isolierflasche. Und mal ehrlich. Meinen Tee (große Kanne) oder Espresso (kleine Kanne) kann sowieso nur ich so gut und lecker aufbrühen.

Quelle: https://www.vku.de/presse/pressemitteilungen/archiv-2020-pressemitteilungen/einwegplastik-und-zigarettenkippen-in-der-umwelt-kosten-kommunen-jaehrlich-700-millionen-euro/?sword_list[]=Plastik&sword_list[]=Becher&no_cache=1